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Wohnungsunternehmen verzeichnen trotz Corona kaum Mietausfälle

14:11
23.06.2021
Mieterinnen und Mieter in Deutschland haben trotz der Pandemie größtenteils weiter ihre Miete gezahlt. Seit der Corona-Krise lägen die Mietausfälle bei den Wohnungsunternehmen zwischen null und zwei Prozent, teilte der Dachverband Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) am Mittwoch in Berlin mit. Das sei eine ähnliche Quote wie in den Jahren zuvor. Der ZIA ist ein Wirtschaftsverband, der nach eigenen Angaben aktuell rund 37 000 Unternehmen aus der gesamten Immobilienwirtschaft vertritt.

Als Grund für die wenigen Mietausfälle sieht der Berliner Mieterverein die Angst vor Wohnungslosigkeit. «Wenn die Leute ihre Mieten nicht zahlen können, riskieren sie, aus ihrer Wohnung zu fliegen», sagte Geschäftsführer Reiner Wild. Schließlich gebe es keinen erweiterten Kündigungsschutz mehr. Viele Mieter hätten daher ihre Altersvorsorge aufgelöst, um weiter die Wohnung bezahlen zu können.

Der ZIA startet am Donnerstag den Tag der Immobilienwirtschaft. Der Verband rechnet mit über 3500 Teilnehmern, darunter auch die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD).

Ein Thema soll der Kabinettsbeschluss zum Klimaschutz-Sofortprogramm sein. «Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung des Klimawandels nochmals 2,5 Milliarden Euro für die energetische Sanierung im Gebäudesektor zur Verfügung gestellt», sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. «Dieses Geld wird dringend gebraucht, um weder Mieter noch Vermieter zu überfordern.»

(dpa)

EU-Gesundheitsbehörde rechnet mit starker Delta-Ausbreitung in Europa

14:11
23.06.2021
Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante des Coronavirus wird sich nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC im Laufe des Sommers deutlich in Europa ausbreiten. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers stark zirkulieren wird», erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Mittwoch. Dies gelte ganz besonders für Jüngere, die nicht zu den Zielgruppen der Impfkampagnen gehörten. Dies könne ein Risiko verursachen, dass sich gefährdetere Personen anstecken und einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf erleben oder sterben könnten, wenn sie nicht vollständig geimpft seien.

Den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sei die Delta-Variante (B.1.617.2) um 40 bis 60 Prozent übertragbarer als die zunächst in England aufgetretene Alpha-Variante (B.1.1.7), erklärte die in Stockholm ansässige Behörde. Sie rechnet deshalb damit, dass schon Anfang August 70 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union und den mit ihr verbundenen Ländern Norwegen, Island und Liechtenstein auf Delta zurückzuführen sein werden. Ende August dürften es dann bereits 90 Prozent sein.

Unerfreulicherweise zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten, erklärte Ammon. Die gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen böten. Ein sehr hohes Tempo bei den Impfkampagnen sei deshalb äußerst wichtig. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem entscheidend, die Zweitimpfung innerhalb der geringsten zugelassenen Zeitspanne nach der Erstimpfung zu verabreichen, um Gefährdete zu schützen. Noch immer bestehe für zu viele Menschen das Risiko, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken.

(dpa)

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