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20210617134436

300 Gesundheitsmitarbeiter trotz Impfung Corona-positiv

13:40
17.06.2021
In Indonesien haben sich Hunderte Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen arbeiteten alle in der Region Kudus in Zentral-Java und seien mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac geimpft worden, sagte Siti Nadia Tarmizi, eine Sprecherin des indonesischen Impfprogramms, am Donnerstag. Alle zeigten jedoch nur milde Symptome. «Sinovac ist wirksam gegen die neuen Varianten», betonte Tarmizi.

Der Inselstaat in Südostasien hat in den vergangenen Tagen wieder steigende Zahlen verzeichnet. Am Donnerstag meldeten die Behörden mehr als 12 600 Neuinfektionen - so viele wie seit Januar nicht mehr. Vor allem in Kudus hätten die Krankenhäuser kaum noch Platz für neue Patienten, hieß es.

Mit 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien das viertbevölkerungsreichste Land der Erde. Die Behörden hoffen, bis Anfang 2023 rund 181 Millionen Bürger zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Bislang erhielten nur 22 Millionen Menschen zumindest eine Erstimpfung. Insgesamt wurden bislang 1,9 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 53 000 Todesfälle wurden in Verbindung mit Covid-19 erfasst.

(dpa)

Bund hält an Curevac-Beteiligung fest

13:38
17.06.2021
Der Bund hält auch nach dem Rückschlag der Tübinger Biopharmafirma Curevac bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs an seiner Beteiligung an dem Unternehmen fest. «Mit der Beteiligung an Curevac verfolgte und verfolgt die Bundesregierung gesundheits- und industriepolitische Ziele», erklärte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag. Es gehe nicht nur darum, mehr Impfstoffproduktion in Deutschland und Europa anzusiedeln, sondern auch um Forschungsaktivitäten. Für die mRNA-Technologie, die auch bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna zum Einsatz kommt, gebe es vielfältige Anwendungsbereiche, etwa in der Krebsbekämpfung, betonte eine Sprecherin.

Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. Dabei habe die Bundesregierung allerdings keinen Einfluss auf das operative Geschäft, erklärte die Ministeriumssprecherin.

Curevac hatte mitgeteilt, dass sein Impfstoffkandidat in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung erzielt habe. Damit habe er vorgegebene Kriterien nicht erfüllt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat der Rückschlag aber keine Auswirkungen auf das Tempo der Impfkampagne in Deutschland.

Von mehreren Seiten kam Kritik an der Beteiligung des Bundes. Der FDP-Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben erklärte, der Einstieg sei «ein Indiz für die verfehlte Beteiligungspolitik von Wirtschaftsminister Altmaier». Unternehmenserfolg entstehe auf dem Markt, nicht durch den Staat. Der Bund habe nie glaubhaft erklären können, warum es notwendig gewesen sei, Anteile von Curevac zu kaufen. «Jetzt ist es höchste Zeit, dass die Bundesregierung ihre Beteiligung an Curevac verkauft und das Geld in zugelassenen Impfstoff investiert», forderte Houben.

Auch der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, übte Kritik. «Zur Beschleunigung der Impfstoffentwicklung hätten andere Instrumente zur Verfügung gestanden, wie sie bei Biontech/Pfizer oder Astrazeneca verwendet wurden», sagte er der «Rheinischen Post». Die öffentliche Hand solle sich nicht aus Spekulationsgründen an Unternehmen beteiligen,
sondern um diesen in einer Krise beizustehen oder sie bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen.

(dpa)

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