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OB Palmer: Curevac-Rückschlag hat keine Auswirkungen auf Standort

11:57
17.06.2021
Der Rückschlag des Biotech-Unternehmens Curevac bei der Entwicklung seines Corona-Impfstoffs hat nach Darstellung von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer keine Auswirkungen auf den Standort. Vorstandschef Franz-Werner Haas habe ihm in einem Telefonat versichert, dass das Unternehmen an geplanten Investitionen festhalte, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag. Die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten CVnCoV fällt einer Zwischenanalyse zufolge deutlich geringer aus als bei anderen bereits zugelassenen Corona-Impfstoffen.

Palmer zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. Er betonte aber, die Studie belege, dass die Technologie von Curevac funktioniere. Das Präparat des Unternehmens Curevac, das mit dem Pharmakonzern Bayer kooperiert, ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff - wie die von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA) und Moderna (USA).

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, sie sei sich sicher, dass das Unternehmen den genauen Ursachen der eher schwachen Studienergebnisse auf den Grund gehen werde. «Uns ist bekannt, dass das Unternehmen schon seit Monaten mit Hochdruck an der Entwicklung von Impfstoffen der zweiten Generation arbeitet, da immer neue Varianten auftreten.»

Curevac wurde 2000 gegründet und ist seitdem in der Universitätsstadt ansässig. Von den mehr als 700 Mitarbeitern arbeiten viele am Stammsitz.

(dpa)

Experte: Wenig Hoffnung auf bessere Wirksamkeit bei Curevac-Vakzin

11:39
17.06.2021
Nach dem Rückschlag für den Corona-Impfstoff von Curevac dämpft ein Experte die Hoffnung auf eine deutliche Zunahme der Wirksamkeit im weiteren Studienverlauf. Nach der Zwischenauswertung könne die Effizienz eines Impfstoffes bis zur finalen Zulassung noch um wenige Prozent steigen, sagte ein Sprecher des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa). «Eine enorme Zunahme ist aber nicht zu erwarten.»

Curevac hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, der Impfstoff zeige bei einer Zwischenauswertung eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung «jeglichen Schweregrades». Andere in der EU zugelassene Impfstoffe sind deutlich effizienter. So liegt die Wirksamkeit etwa beim Impfstoff von Biontech/Pfizer laut Studien bei mehr als 90 Prozent.

Die geringe Effizienz des Curevac-Impfstoffs könnte unmittelbare Folgen für die Zulassung haben. Ein Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 47 Prozent sei in der EU nicht zulassungsfähig, sagte der Sprecher. Das Mindestmaß seien 50 Prozent. Der Curevac-Impfstoff durchläuft derzeit ein beschleunigtes Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

Auf die Impfkampagne in der EU dürfte der Rückschlag bei Curevacs Impfstoff aus Sicht des Experten aber keine großen Auswirkungen haben. Es gebe bereits mehrere zugelassene Corona-Impfstoffe, die deutlich wirksamer seien, sagte der Sprecher. Zudem seien bereits mehrere weitere Impfstoffkandidaten in fortgeschrittenen Studienphasen.

Ein Rückschlag wie bei Curevac sei nicht ungewöhnlich und könne in jeder Studienphase geschehen. «Dass ein Impfstoff alle Studienphasen ohne größere Probleme durchläuft, ist die große Ausnahme.» Die schnelle Zulassung gleich mehrerer Corona-Impfstoffe im Laufe des vergangenen Jahres bezeichnete der Experte als «das ganz große Glück».

Hoffnung setzt der Sprecher nun vor allem auf die zweite Generation des Curevac-Impfstoffkandidaten. Diese verfüge über eine grundlegende Veränderung im Aufbau des Präparats. Sollte sich dieser Impfstoff bewähren, wäre Curevac bei der künftigen Impfstoffversorgung sicher dabei, so der Sprecher.

(dpa)

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