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Bildungsforscher: Jeder dritte Schüler mit Lernlücken durch Pandemie

07:12
16.06.2021
Rund jeder dritte Schüler im Südwesten hat laut eines Bildungsforschers wegen der Corona-Pandemie Lernlücken. Auf diese Größenordnung deuten demnach wissenschaftliche Erkenntnisse aus Studien hin, wenn es um sogenannte Risikoschüler geht, wie der Leiter des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW), Günter Klein, der «Südwest Presse» und der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Mittwoch) sagte.

Die Lernrückstände sind laut Klein aber sehr unterschiedlich auf die Schülerschaft verteilt. «Es wird Schülerinnen und Schüler geben, bei denen wir keine Rückstände feststellen», sagte der Bildungsforscher den Zeitungen. «Einige haben sogar größere Fortschritte gemacht als in "normalen" Jahren.»

Am stärksten betroffen von den Lernlücken dürften nach Ansicht des Bildungsexperten jene Klassen sein, die von Mitte Dezember bis jetzt keinen Präsenzunterricht hatten. Ihnen habe über Monate die Struktur der Schule gefehlt, sagte Klein. Der Verlust alltäglicher Begegnungen mit Freunden, Mitschülern, Lehrern sei das eigentliche Drama. Das mache ihm fast noch mehr Sorgen als Lernrückstände.

Die Lernlücken sollen laut Klein nun mit empirischen Tests überprüft werden. Der Bildungsforscher geht davon aus, dass Schüler aus sozial benachteiligten Familien größere Lücken haben werden. Die Kluft zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg sei durch die Pandemie größer geworden. Das müssen aus Sicht des Bildungsforschers die nun geplanten Maßnahmen berücksichtigen.

(dpa/lsw)

Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst

07:07
16.06.2021
Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. «Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden», sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung «rbb Spezial». Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. «Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.»

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. «Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.»

(dpa)

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