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Bund zahlt jetzt für Luftfilteranlagen an Schulen und Kitas

09:14
15.06.2021
Schulen und Kitas können nun beim Bund Fördermittel für den Einbau von festen Luftfilteranlagen beantragen. Seit Freitag können entsprechende Anträge gestellt werden, wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mitteilte. Die Förderung ist allerdings begrenzt auf Räume und Einrichtungen für Kinder bis 12 Jahren, da für diese Altersgruppe bisher kein Impfstoff gegen Corona zugelassen ist.

Anträge können direkt online beim Bafa gestellt werden, entweder durch die Träger der Einrichtungen oder durch Schulen, Kitas und Horte selbst. Es gibt maximal 500 000 Euro. Nicht gefördert werden mobile Luftfilter, Umbauten an Fenstern oder sogenannte Klappenlüftungen. Außerdem gibt es nur dann Geld, wenn nicht bereits Fördergelder von anderen Stellen, wie dem Land oder der EU fließen. Das Programm ist bis Ende des Jahres befristet.

Mit dem ursprünglichen Luftfilterprogramm des Bundes in Höhe von rund 500 Millionen Euro, das im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, wird bereits der Einbau von Anlagen in öffentlichen Gebäuden, Theatern, Museen und auch Schulaulen gefördert. Dies wurde nun um Kitas und Schulen ergänzt. Zudem gibt es vom Bund jetzt auch Zuschüsse für die Um- und Aufrüstung bestehender Luftfilteranlagen unter anderem in Einrichtungen der Rehabilitation und der Kinder- und Jugendhilfe.

Bildungsgewerkschaften hatten gefordert, die anstehende Sommerferienzeit zu nutzen, um entsprechende Umbauten an den Schulen vorzunehmen. Die ersten Bundesländer gehen bereits Ende der Woche in die Ferien.

(dpa)

Forscher für Ende der Maskenpflicht bei Outdoor-Großveranstaltungen

08:58
15.06.2021
Eine Maskenpflicht im Freien ergibt aus Sicht des Aerosol-Forschers Gerhard Scheuch keinen Sinn mehr - auch nicht bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Open-Air-Konzerten. Im Außenbereich seien Übertragungen des Coronavirus schon immer fast unmöglich gewesen, «und das gilt angesichts der derzeitigen Inzidenzzahlen umso mehr», sagte Scheuch der «Badischen Zeitung» (Dienstag). Aktuelle Studien aus Großbritannien stützten diese Annahme.

Auch die Maskenpflicht in Innenräumen sei zu überdenken. Scheuch sprach sich für mehr Abwägung je nach den örtlichen Gegebenheiten aus: In Schulen, im Nahverkehr, in Konzertsälen, in Büros oder in Baumärkten und großen Supermärkten brauche es keine Maske mehr, wenn dort ausreichend gelüftet werden könne. Die Menschen müssten wieder mehr selbst entscheiden: «Wenn man sich unwohl fühlt, weil zu viele Menschen sich im Raum aufhalten, kann man ja eine (Maske) aufsetzen», sagte der Forscher. Irgendwann müsse man ja von der Maskenpflicht wegkommen - «wenn nicht jetzt, wann dann?»

Anders sei die Lage, wenn es in Innenräumen zu Gedränge komme und die Abstände nicht mehr eingehalten werden könnten. Dann könnten Menschen in Aerosolwolken anderer Menschen stehen - und eine Maske würde schützen. «Das hängt aber stark von den Inzidenzzahlen ab - hier sollte die Politik verbindliche Vorgaben machen, ab welcher Zahl man eine generelle Maskenpflicht aufrecht erhält und wann nicht», sagte der Aerosol-Experte, der bis 2011 Präsident der International Society of Aerosols in Medicine war.

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. «Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen», so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. «Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.»

Nach der weitgehenden Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark von Montag an ist auch in Deutschland eine Diskussion über den Sinn des Mund-Nasen-Schutzes entbrannt. Zunächst könne die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) gesagt. In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und hoher Impfquote könne die Pflicht auch drinnen nach und nach entfallen. FDP und AfD hatten zuvor die komplette Aufhebung der Maskenpflicht gefordert.

(dpa/lsw)

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