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Apothekerverband fordert höhere Vergütung für Impfstofflieferungen

04:25
10.06.2021
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat höhere Vergütungen für Impfstofflieferungen an Privat-, Betriebs-, und Kassenärzte gefordert. «Der Aufwand, der in den Apotheken betrieben werden muss, um eine in einer derartigen Mangelsituation im Wesentlichen reibungslose Lieferung zu gewährleisten, ist enorm», sagte der DAV-Vorsitzende, Thomas Dittrich, am Donnerstag in Berlin. «Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht, die schwierige Versorgungssituation wird noch eine ganze Weile bestehen bleiben.»

Derzeit erhielten Apotheker pro abgegebenem Impfstoff-Fläschchen 6,58 Euro. Das seit «weit entfernt von den tatsächlich in den Apotheken anfallenden Kosten». Die Politik sei aufgefordert, «Anpassungen der Vergütung vorzunehmen, um den Kolleginnen und Kollegen vor Ort eine kostendeckende Lieferung der Corona-Impfstoffe an die Ärzte zu ermöglichen», sagte Dittrich.

Der Verband diskutiert an diesem Dienstag über die wirtschaftliche Situation der Apotheken in Deutschland. Zwar betonte Dittrich, dass die Apotheken in der Corona-Krise wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen getreten seien.

Mit Blick auf die Zahlen setzt sich indes der jahrelange Trend auch im laufenden Jahr fort: Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Deutschland ist im ersten Quartal weiter zurückgegangen. Insgesamt zählte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 18 670 Filialen und Einzelapotheken, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach 82 Apotheken weniger als Ende 2020. Während 103 Einrichtungen schließen mussten, wurden lediglich 21 neu eröffnet.

(dpa)

Start für freiwilligen Corona-Impfpass fürs Smartphone

04:24
10.06.2021
Eine vollständige Corona-Impfung soll man künftig auch per Smartphone nachweisen können - mit einem digitalen Impfpass, der am Donnerstag an den Start gehen soll. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Einzelheiten dazu in Berlin vorstellen. Die Anwendung namens «CovPass» soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. Dabei geht es um eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Vorgesehen ist auch, dass sich mehrere Millionen bereits geimpfte Menschen den digitalen Nachweis etwa bei Ärzten und Apotheken nachträglich besorgen können.

DAS PROJEKT: Deutschland setzt mit dem «CovPass» ein Vorhaben der Europäischen Union um. Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die EU habe die Chance, damit einen Maßstab zu setzen, sagte Spahn. Wenn man einen QR-Code mit dem Handy im Restaurant vorzeige und dies in Italien, Finnland oder Portugal als Impfnachweis erkannt werde, sei das «einmalig» im Vergleich zu nationalen Insellösungen.

DIE TECHNISCHE LÖSUNG: Den digitalen Nachweis soll man sich direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen können. Dafür wird ein Code erzeugt, den man gleich mit dem Smartphone abscannen oder auf Papier mitnehmen und später scannen kann. Genutzt werden kann der Nachweis dann über eine kostenlose App, die ihn lokal auf dem Handy speichert.

DIE NACHTRÄGLICHE LÖSUNG: Knapp 19 Millionen Bürger sind inzwischen schon vollständig geimpft, ehe der digitale Nachweis starten konnte. Sie können ihn aber noch nachträglich bekommen. Impfzentren sollen ihn ausgedruckt per Post zuschicken. Außerdem können Ärzte und auch Apotheken ein Zertifikat erstellen. Viele Apotheken wollen dies ab kommendem Montag anbieten, wie die Branchenvereinigung ankündigte.

DIE SICHERHEITSVORKEHRUNGEN: Um Missbrauch zu vermeiden, dürfen nur autorisierte Personen den digitalen Impfnachweis erstellen. Geschieht dies nachträglich ausgehend vom Papier-Impfheft, soll man auch einen Ausweis vorzeigen müssen, wie das Gesundheitsministerium erläutert. Apotheken könnten die gelben Impfbücher auf Fälschungen überprüfen, wie sie es bei anderen Dokumenten wie Rezepten auch schon tun.

DIE ALTERNATIVE: Der digitale Impfnachweis kann nicht nur über die neue «CovPass»-App angezeigt werden, sondern auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes - die schon mehr als 28 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Experten schätzen, dass 25 Millionen Menschen sie aktiv nutzen. Der Unterschied: Die «CovPass»-App hat anders als die Corona-Warn-App keine Kontaktverfolgungsfunktion.

(dpa)

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