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Logistiker mit Transport von Corona-Impfstoffen zufrieden

16:18
06.05.2021
Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sehen sich die Logistikriesen in einer guten Position, um die ganze Welt mit genügend Impfstoff zu versorgen. Man habe schon mehr als 170 Millionen Impfstoffdosen transportiert, sagte Post-Chef Frank Appel am Donnerstag auf der Online-Hauptversammlung des Bonner Konzerns. «Wir sind ein wesentlicher Bestandteil der Lösung des Covid-19-Problems.» Die DHL-Sendungen gingen in 120 Staaten, darunter Deutschland. Finanzvorständin Melanie Kreis hatte bereits vor dem Aktionärstreffen von steigenden Mengen berichtet: «Wir sehen einen deutlichen Hochlauf in dem, was wir transportieren.»

Auch der Konkurrent Kühne + Nagel ist in dem Geschäft tätig. Während sich die Zahlen von DHL auf den Zeitraum bis Ende April beziehen, hat das Schweizer Unternehmen nur Zahlen bis Ende März veröffentlicht - bis dahin waren es rund 50 Millionen transportierter Impfstoffdosen. Aber auch K+N macht Tempo: Im zweiten Quartal (April bis Juni) rechnet die Firma mit der fünf- bis siebenfachen Menge, also 250 und 350 Millionen Dosen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die pandemische Phase der Impfstoffverteilung noch mindestens ein Jahr dauert. Der weltweite Bedarf liege insgesamt zunächst bei 11 bis 15 Milliarden Dosen, danach wären Folgeimpfungen gefragt.

Auch andere Wettbewerber mischen bei dem Transportgeschäft mit, darunter Fedex. Das amerikanische Unternehmen hat nach eigenen Angaben in dreieinhalb Monaten rund 100 Millionen Impfdosen in den USA ausgeliefert.

(dpa)

Gericht: Teilnehmerzahl religiöser Bestattungen bleibt bei 100

16:16
06.05.2021
Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart können ungeachtet der Corona-Bundesnotbremse weiterhin bis zu 100 Trauernde an einer religiösen Bestattung teilnehmen. Damit war der Eilantrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg erfolgreich. Diese wollte klargestellt wissen, dass auch bei einer Inzidenz von über 100 nicht die Bundesgrenze von höchstens 30 Trauernden gilt, sondern das Landesrecht. Dieses sieht aktuell eine maximale Teilnehmerzahl von 100 Menschen vor. Der Beschluss (Az.: 16 K 2291/21) betrifft auch religiöse Bestattungen der anderen Religionsgemeinschaften, nicht aber solche ohne religiösen Bezug, erläuterte ein Gerichtssprecher am Donnerstag.

Das Infektionsschutzgesetz hat nach Meinung der Richter bewusst Zusammenkünfte wie Bestattungen, die der Religionsausübung dienen, nicht denselben Beschränkungen wie säkularen Trauerfeiern unterworfen.

Das Land Baden-Württemberg hatte argumentiert, dass das Infektionsschutzgesetz nicht zwischen kirchlichen und nichtkirchlichen Beerdigungen unterscheide. Der Bundesgesetzgeber habe vielmehr eine einheitliche Regelung für alle Trauerfeiern treffen wollen.

Die 16. Kammer folgte dem nicht. Es sei irrelevant, ob die Regelung zwischen kirchlichen und nichtkirchlichen Trauerfeiern unterscheide. Zudem sei der Gesetzgeber ausdrücklich auf ein mögliches Auseinanderfallen von Beschränkungen bei kirchlichen und säkularen Beerdigungen hingewiesen worden. Dennoch habe er sich entschieden, ausnahmslos die religiösen Zwecken dienenden Zusammenkünfte besser zu stellen.

Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingelegt werden.

(dpa)

Neue Corona-Milliardenhilfen für Busse und Bahnen

15:26
06.05.2021
Busse und Bahnen in ganz Deutschland bekommen wegen erheblicher Einnahmeausfälle in der Corona-Krise neue Milliardenhilfen. «Wir brauchen auch langfristig einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, und dafür tun wir auch was», sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Bund und Länder nehmen in diesem Jahr noch mal jeweils eine Milliarde Euro in die Hand.» Dies seien «gute Nachrichten für die Pendler und für das Klima», betonte Scholz. Zuvor hatte das «Handelsblatt» über die Einigung zwischen Finanz- und Verkehrsministerium berichtet.

Am Mittwoch waren in der Politik und von der Verkehrsbranche erneut Forderungen nach einem Corona-Rettungsschirm für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auch in diesem Jahr laut geworden. In der Koalition setzten sich der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und SPD-Fraktionsvize Sören Bartol dafür ein. Die Länder fordern ebenfalls schon seit längerem eine weitere Milliarde Euro vom Bund und signalisierten, erneut den gleichen Betrag aufzubringen.

Im vergangenen Jahr hatte der Bund bereits 2,5 Milliarden Euro zusätzlich für den Nahverkehr bereitgestellt - über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Mit dem Geld können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen.

Den Verkehrsbetrieben machen stark gesunkene Fahrgastzahlen zu schaffen - denn viele Arbeitnehmer arbeiten im Homeoffice, manche Fahrgäste meiden gerade auch lieber Waggons und Busse zu Stoßzeiten.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hatte gewarnt, dass Einnahmeverluste zunehmend zu Liquiditätsengpässen führten. Die Anbieter hielten die Mobilität in Abstimmung mit Bund und Ländern aber in praktisch unverändertem Maße aufrecht. So könnten systemrelevante Arbeitskräfte und alle, die auf öffentliche Mobilität angewiesen sind, ihre Wege erledigen. Wegen fehlender Ticketeinnahmen drohten der Branche in diesem Jahr aber Verluste von 3,6 Milliarden Euro.

(dpa)

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