Letztes Update:
20210506125335

Bodensee-Tourismus: Verzögerung bei Öffnungen wäre existenzbedrohend

12:52
06.05.2021
Die Internationale Bodensee Tourismus GmbH fordert angesichts der Öffnungspläne in Bayern und Österreich vor Pfingsten baldige Perspektiven in Baden-Württemberg. «Existenzen von Unternehmen und deren Beschäftigten stehen auf dem Spiel, wenn sich der Re-Start in einigen Destinationen weiter verzögert», sagte Sprecher Markus Böhm am Donnerstag. Freies Reisen sei für den internationalen Bodensee-Tourismus «essenziell».

Für die Sommermonate deute zwar schon jetzt einiges auf einen Boom am Bodensee hin, sagte Böhm. Letztlich sei der Erfolg der Tourismusbetriebe aber von der Bilanz über das ganze Jahr hinweg abhängig. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Übernachtungen in der Region coronabedingt um 30 Prozent eingebrochen. Da die in der Schweiz bereits geöffneten Betriebe gut besucht seien, herrsche nun die Erwartung, dass sich auch in Baden-Württemberg etwas tut.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte zuletzt angesichts einer leicht sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz vorsichtig Hoffnung auf geöffnete Biergärten und Hotelbereiche in den Pfingstferien in von Corona weniger belasteten Regionen gemacht. Das Sozialministerium versprach, rechtzeitig vor Pfingsten Klarheit zu schaffen. In Bayern hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon am Dienstag angekündigt, Pfingsturlaub in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder zu erlauben.

(dpa)

Impfstoff-Boom beschert Moderna erstmals Quartalsgewinn

12:04
06.05.2021
Die hohe Nachfrage nach dem Corona-Vakzin hat dem US-Impfstoffhersteller Moderna erstmals zu schwarzen Zahlen verholfen. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro), wie es am Donnerstag mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten noch für einen Verlust von 124 Millionen Dollar gesorgt. Der Umsatz schoss von acht Millionen auf 1,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Davon entfielen 1,7 Milliarden Dollar auf Einnahmen durch Corona-Impfstoff.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Moderna auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen mit Erlösen von 19,2 Milliarden Dollar. Damit wurde die bisherige Prognose deutlich angehoben, vor drei Monaten hatte das Unternehmen mit 18,4 Milliarden Dollar gerechnet. Zum Vergleich: Der große US-Rivale Pfizer geht bei seinem gemeinsam mit der deutschen Biontech entwickelten Corona-Vakzin von einem jährlichen Umsatz von rund 26 Milliarden Dollar aus.

Anleger reagierten trotz der starken Zuwächse negativ auf Modernas Geschäftsbericht und ließen die Aktie vorbörslich zunächst deutlich fallen. Während der Gewinn die Erwartungen übertraf, hatten Analysten beim Umsatz mit etwas mehr gerechnet. Moderna und andere Hersteller von Corona-Vakzinen waren am Vortag bereits heftig an der Börse unter Druck geraten, nachdem die US-Regierung erklärte, zur Eindämmung der Pandemie eine Initiative zur Patentaussetzung zu unterstützen.

Die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai hatte gesagt, die USA stünden zwar hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere. Mehr als 100 WTO-Mitgliedsländer wollen die Patente für die Impfstoffe aussetzen, damit diese von mehr Firmen in mehr Staaten hergestellt werden können. Allerdings dürfte ein solches Vorhaben nicht einfach werden. Tai selbst warnte, wegen des Konsensprinzips der WTO und der Komplexität der Materie könnte ein Abkommen zeitaufwendig werden.

Moderna wurde 2010 in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gegründet und war Ende 2018 an die Börse gegangen. Obwohl das Biotech-Unternehmen im vergangenen Jahr fast 750 Millionen Dollar Verlust machte und jetzt erst seinen ersten Quartalsgewinn verbuchen konnte, trieb die Aussicht auf einen lukrativen Impfstoff-Boom die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um über 200 Prozent nach oben. Zuletzt ließ die Euphorie der Anleger aber wieder deutlich nach, in den letzten drei Monaten fiel der Kurs um sechs Prozent.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen