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Betriebe machen vor dem Impfstart in Firmen Druck auf Regierung

06:26
06.05.2021
Vor dem Impfstart in den Unternehmen wächst der Druck der Betriebsärzte auf das Gesundheitsministerium des Landes. Es sei «die Hauptaufgabe, jetzt die organisatorischen Vorbereitungen für Massenimpfungen zu schaffen», sagte Stephan Schlosser, der Landesvorsitzende im Berufsverband VDBW (Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte), den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag). Es müssten zentrale Punkte rasch entschieden werden, um mit dem erhofften Zuwachs der Vakzinmenge auf insgesamt eine Million Impfdosen pro Woche fertig zu werden. «Das ist eine gewaltige logistische Herausforderung und lässt sich nicht nebenbei bewältigen», sagte Schlosser.

Er forderte das Land auf, den Druck auf den Bund erhöhen. Viele Firmen sorgten sich, dass die Rahmenbedingungen erst geklärt würden, wenn der Impfstoff da sei. Dazu gehörten unter anderem Fragen zum Bezugsweg bei Vakzin und Spritzen sowie zum Impfstofftyp, von dem wiederum die Ampullengröße und die Terminplanung abhängig seien. Auch die digitale Dokumentation ist laut Zeitungen nicht geklärt. Der baden-württembergischen Verband vertritt rund 600 Mediziner und damit etwa 60 Prozent der Werks- und Betriebsärzte im Land.

Nach einer Entscheidung der Landesregierung sollen von Mitte Mai nach zwei bereits gestarteten Modellprojekten zwölf weitere Unternehmen im Südwesten einen Teil ihrer Beschäftigten gegen Corona impfen lassen können. Aus jedem der Industrie- und Handelskammer-Bezirke im Land wurde eine Firma ausgewählt. Teile des Modellprojekts sind etwa eine Medizintechnikfirma, ein Bäckereibetrieb oder auch der Flughafen Stuttgart.

Die niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte steigen nach den Planungen der Landes- und Bundesregierung ab Anfang Juni ins Impfen ein. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat den Bund wiederholt aufgefordert, Baden-Württemberg im Mai und Juni mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

(dpa/lsw)

Psychologe: Corona macht Polizisten zu schaffen

05:15
06.05.2021
In der Corona-Pandemie suchen Polizisten in Deutschlands Hauptstadt angesichts psychischer Belastungen verstärkt Rat und Hilfe. Es gebe deutlich mehr Demonstrationen und Einsätze, «das macht auf Dauer mürbe», sagte der Leiter des Psychosozialen Dienstes der Berliner Polizei, Jan Hülsenbeck, der Deutschen Presse-Agentur.

Im Jahr 2020 wandten sich demnach 412 Betroffene an die Sozialberatung der Polizei, die auch Feuerwehrleuten und dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales offen steht. In den Jahren davor waren stets um die 350 Erstgespräche registriert worden. Es sei um belastende Einsätze bei Demonstrationen ebenso gegangen wie um persönliche Sorgen etwa durch Trennungen oder familiäre Probleme durch den Schichtdienst, sagte Hülsenbeck.

«Reden hilft», betonte der Polizeipsychologe. Alkohol hingegen helfe manchmal nur kurz, um Belastungen auszugleichen und runterzukommen, langfristig sei das aber ein großer Risikofaktor. Noch vor 20 Jahren kam es selten vor, dass Polizisten psychische Probleme offenbarten und sich Hilfe holten, wie Hülsenbeck einschätzte. Heute sei das aber immer akzeptierter.

Wer allein zu Hause bleibe und vielleicht seinen Tagesrhythmus verliere, riskiere, dass die Probleme chronisch werden und der Weg zurück in den Dienst immer schwieriger. Die, die den ersten Schritt schaffen und Hilfe suchen, «die wollen etwas verändern, und wir kriegen es meist gut hin, dass sie zurück in den Dienst können».

(dpa)

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