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Mit Fake-Maske zum Einkauf: Influencerin aus Bali abgeschoben

10:14
05.05.2021
Ein russische Influencerin hat auf der indonesischen Insel Bali mit einer aufgemalten blauen Gesichtsmaske einen Supermarkt betreten und zusammen mit ihrem Freund ein Video von der Aktion in sozialen Netzwerken gepostet. Nun wurde die 25-jährige Leia Se abgeschoben. Die junge Frau werde mit einer Maschine der Airline Garuda Indonesia nach Moskau geflogen, berichtete das Nachrichtenportal «Radar Bali» am Mittwoch. Ihr Partner, der aus Taiwan stammende Youtube-Star Josh Paler Lin, der die Szene filmte und veröffentlichte, darf hingegen bleiben.

Lin hat allein auf Youtube mehr als 3,4 Millionen Abonnenten. Zusammen mit seiner Freundin postet er häufig Prank-Videos, in denen er Menschen einen Streich spielt. Nun aber hat das Paar nicht nur nach Meinung der Regierung von Bali die zulässigen Grenzen überschritten: Als Leia Se vor einem Supermarktbesuch bemerkte, dass sie keine Corona-Schutzmaske dabei hatte, malte ihr Freund ihr diese kurzerhand ins Gesicht - in Hellblau mit weißen Bändchen. Dann gingen beide einkaufen und filmten die Shoppingtour.

Als das Video im April viral ging, schritt die Polizei ein und beschlagnahmte die Pässe der beiden. Eine Lokalpolitikerin sagte, sie habe kein Mitleid für Menschen, die über Covid-19 Witze machten. «Die Menschen hier kämpfen verzweifelt darum, einen Weg aus der Pandemie zu finden», erklärte Niluh Djelantik. Die bei Urlaubern in aller Welt beliebte Insel Bali leidet extrem unter dem fehlenden Tourismus.

In Anwesenheit eines Anwalts entschuldigten sich beide später öffentlich für die Aktion. «Die Absicht hinter diesem Video war es auf keinen Fall, respektlos zu sein oder andere aufzufordern, keine Maske zu tragen», erklärte Lin. Das Video habe lediglich dazu dienen sollen, Menschen zu unterhalten.

«Wir möchten uns noch einmal für das, was wir getan haben, entschuldigen. Ich möchte alle Menschen in Indonesien und auf Bali dazu einladen, immer eine Maske zu tragen, für ihre eigene Sicherheit und Gesundheit - aber auch, damit Balis Tourismus wiederbelebt werden kann.» Leia Se nutzte es nichts mehr. Ihr Freund werde aber nicht ausgewiesen, sagte der Chef der Einwanderungsbehörde, Jamarulu Manihuruk. «Unseren Ermittlungen zufolge war nur Leia schuldig.»

(dpa)

Mehrheit für Einsatz von Impfbussen in sozialen Brennpunkten

10:06
05.05.2021
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält es einer Umfrage zufolge für angemessen, wenn in der Corona-Pandemie bundesweit mobile Impfbusse in sozialen Brennpunkten zum Einsatz kommen - und dabei die Priorisierungsreihenfolge nicht zwingend eingehalten wird. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov mitteilte, befürworteten 69 Prozent der am Dienstag Befragten eine solche Maßnahme. 19 Prozent gaben laut YouGov an, dies für nicht angemessen zu halten. 12 Prozent machten demnach keine Angabe.

Unterschiede zeigten sich in den einzelnen Einkommensgruppen: Den Angaben zufolge hielten Befragte mit einem Nettohaushaltseinkommen von 1500 bis 3000 Euro den bundesweiten Einsatz von Impfbussen in sozialen Brennpunkten ohne zwingende Einhaltung der Impfreihenfolge am häufigsten für angemessen (78 Prozent), diejenigen mit weniger als 1500 Euro Einkommen am seltensten (58 Prozent). Die Umfrage zeigte auch: Anhängerinnen und Anhängern der Grünen befürworteten die Maßnahme am häufigsten (91 Prozent).

Wegen vieler Corona-Neuinfektionen in einigen Stadtteilen, die als soziale Brennpunkte gelten, werden etwa in Köln mobile Impfteams in die Hochhaussiedlungen von Chorweiler und dem Kölnberg geschickt. Das Land hatte für das Pilotprojekt zunächst 1000 Impfdosen zur Verfügung gestellt.

(dpa)

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