Letztes Update:
20210504033238

G20-Länder beraten über Neustart und Zukunft des Tourismus

03:31
04.05.2021
Kaum Flugreisen, leere Hotels und Reisewarnungen - der Tourismus kommt langsamer als viele andere Wirtschaftszweige aus dem Corona-Tief. Jetzt will die Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Dienstag ein Signal zum Neustart der von der Pandemie angeschlagenen Branche geben. Fachminister und andere politisch Verantwortliche kommen am Mittag (12.30 Uhr) zu einer Video-Konferenz unter der Leitung Italiens zusammen. Rom hat in diesem Jahr den Vorsitz in der G20-Runde der Top-Wirtschaftsnationen.

Auf der Tagesordnung steht die Frage, wie das internationale Reisegeschäft wieder zur Normalität zurückkehren kann. In zahlreichen Staaten liegt der Tourismus wegen der Corona-Krise seit Monaten am Boden. In Deutschland sind viele Urlaubsbetriebe seit rund einem halben Jahr dicht. Fluggesellschaften überleben seit dem Virus-Ausbruch nur mit Hilfe staatlicher Geldspritzen.

Im Gastgeberland Italien etwa steuerte die Reisebranche vor der Pandemie rund 13 Prozent zur Wirtschaftskraft bei. In Deutschland arbeiten nach Branchenangaben fast drei Millionen Beschäftigte im Tourismus (6,8 Prozent aller Erwerbstätigen). Dabei war das Reisegeschäft in den Jahren vor der Krise ein starker Motor zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Weltweit hat der Tourismus seit sechs Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen, wie die OECD in ihrem Trendbericht 2020 festhielt.

In der Europäischen Union (EU) ruhen große Hoffnungen für mehr Reisefreiheit auf dem sogenannten Grünen Pass. Die Gemeinschaft der 27 Staaten arbeitet für die eigenen Bürger an einem solchen, am besten digitalen Zertifikat. In dem Dokument sollen Impfungen, Tests und überstandene Infektionen gespeichert werden. Außerdem sollen insgesamt die Einreisen aus dem Rest der Welt einfacher werden.

Die G20-Fachminister wollen über die aktuellen Pandemie-Maßnahmen hinaus Visionen für das Reisen der Zukunft erörtern. Nach Angaben der italienischen Gastgeber hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dafür ein Konzept entworfen. Die G20 wollen das Papier mit Leitlinien für den Tourismus der Zukunft verabschieden. Zu den sieben Themenbereichen gehören dabei die Sicherheit beim Reisen, ein nachhaltiger Umbau des Wirtschaftsbereichs und die weitere Digitalisierung.

Die Gruppe der G20 ist ein zentrales Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Mitglieder sind 19 Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union (EU). Berlin wird am Dienstag durch den Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), vertreten.

(dpa)

Amtsärzte: Geimpfte müssen weiter getestet werden

03:30
04.05.2021
Die Amtsärzte haben die geplanten Ausnahmeregelungen für gegen Corona geimpfte Menschen kritisiert. «Geimpfte müssen unbedingt weiterhin getestet werden. Es wäre fatal, wenn Geimpfte und Genesene künftig von allen Testpflichten etwa bei der Einreise ausgenommen würden», sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass bei Einreisen nach Deutschland künftig ein vollständiger Impfnachweis anstelle eines Tests ausreichen soll.

Teichert meinte aber: «Ohne umfassende Tests verlieren wir den Überblick über das Infektionsgeschehen - gerade auch mit Blick auf Virusvarianten.» Wenn Reiserückkehrer nicht mehr getestet würden, wisse man nicht, ob sie Mutanten einschleppten.

Sie kritisierte zudem, dass die Bundesregierung Geimpften Rechte zurückgeben wolle, bevor ein einheitlicher Nachweis für den Impfstatus zur Verfügung stehe. «Die Politik darf nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen: Bevor es bundesweit Erleichterungen für Geimpfte gibt, muss ein einheitliches Zertifikat als Impfnachweis eingeführt werden», sagte sie. Das Zertifikat müsse digital und in Papierform zur Verfügung stehen und unbedingt fälschungssicher sein.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen