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Umfrage: In der Corona-Krise hat die Hilfsbereitschaft zugenommen

06:05
01.05.2021
Trotz mancher Gereiztheit hat die Corona-Krise die Deutschen laut einer neuen Umfrage sozial sensibler gemacht. In der Untersuchung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski bejahten drei Viertel (76 Prozent) der 1000 Teilnehmer eine entsprechende Frage. Vor allem Ostdeutsche (85 Prozent) und ältere Menschen über 65 Jahren (80 Prozent) vertreten diese Ansicht, während Westdeutsche (74 Prozent) und die unter 30-Jährigen (68 Prozent) die gesellschaftliche Auswirkung der Corona-Krise etwas skeptischer sehen.

Gleichwohl ist die Hilfsbereitschaft der Jüngeren nach eigenem Bekunden höher als die der Älteren. Die unter 30-Jährigen stimmten zu 89 Prozent der Aussage zu: «Ich stehe heute schon Freunden und Nachbarn öfter für Hilfeleistungen zur Verfügung.» Die über 65-Jährigen pflichteten dieser Aussage nur zu 79 Prozent bei. Insgesamt gaben 86 Prozent der Befragten an, in der Corona-Krise hilfsbereiter geworden zu sein, wobei Ost- und Westdeutsche nur minimal auseinander lagen.

«Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung geht verändert aus der Corona-Krise hervor», erklärte Opaschowski. «Hilfsbereitschaft und die Kontaktpflege zu Freunden und Nachbarn werden zu einer neuen Währung, zum sozialen Kitt für das Zusammenleben.» Als Beispiele nannte der Zukunftsforscher Fahrdienste und Einkaufshilfen sowie Telefon-, Besuchs oder Babysitterdienste. «In Not- und Krisenzeiten entsteht Zusammenhalt durch Zusammenrücken», betonte der 80-Jährige.

Die Umfrage seines Instituts bestätigt mehrere ähnliche Studien aus dem vergangenen Jahr, etwa vom Basel Institute of Commons and Economics oder von der Bertelsmann Stiftung. Der verbreitete Eindruck, dass die Stimmung infolge der Corona-Maßnahmen gereizt sei, widerspreche den Studienergebnissen nicht, erklärte Opaschowski. «Im Alltag nervt vieles», sagte der Mitbegründer einer Helferbörse. Auch sein Projekt könne seit Monaten nicht mehr arbeiten. «Viele Menschen fühlen sich alleingelassen, insbesondere von den Institutionen. Sie suchen aber erfolgreich die Hilfe des Nahmilieus», konstatierte Opaschowski.

(dpa)

Göring-Eckardt fordert Impfstrategie für Kinder und Jugendliche

06:02
01.05.2021
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt fordert Pläne für Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. «Bund und Länder müssen es dieses Mal endlich hinbekommen, vorausschauend zu handeln», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir brauchen schnellstmöglich eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche, sonst wird das im Sommer wieder Streit und Chaos mit Ansage.»

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten am Freitag mitgeteilt, sie hätten bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Sobald die EMA die Änderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein. Das Mittel von Biontech/Pfizer ist in der EU und in den USA bislang erst für Menschen ab 16 Jahren bedingt zugelassen.

«Dass junge Menschen nun schon viel früher als gedacht mit Biontech geimpft werden könnten, ist ein Hoffnungssignal für eine ganze Generation, die in der Pandemie besonders getroffen wurde», betonte Göring-Eckardt. Die Einschnitte, die junge Menschen gerade hinnehmen, bräuchten viel mehr Anerkennung.

Bei der Strategie müsse sichergestellt werden, dass Kinder aus sozial benachteiligten Wohnvierteln nicht hinten runter fielen, forderte die Grünen-Politikerin. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) müsse klären, welche Logistik für eine schnelle Kinder-Impfkampagne nötig ist, wie die Impfbereitschaft erhöht werden und Verteilungskonflikte beim Impfstoff verhindern werden könnten. «Wo immer geimpft werden kann, muss das auch geschehen, ob per Impfmobil und Hausärztin, in der Schule durch die Schulärztin, oder an allen anderen Orten, an denen Kinder und Familien erreicht werden können.»

(dpa)

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