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Ministerin fordert vom «Impfgipfel» Perspektive für Studenten

05:02
27.05.2021
Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) fordert von Bund und Ländern Impf-Perspektiven für Studenten. «Beim "Impfgipfel" heute mit Kanzlerin Merkel muss nicht nur über die Schüler, sondern auch über die Studierenden geredet werden», sagte Bauer der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Donnerstag) in Heidelberg. «Die Studierenden haben bewiesen, dass sie Solidarität können. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, die wachsenden Spielräume zu nutzen. Die jungen Leute müssen Perspektiven haben.» Der Bund sei gefordert, ausreichend Corona-Impfstoff zu organisieren.

Bei einem erneuten «Impfgipfel» wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Donnerstag (14.00 Uhr) unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder beraten. Angestrebt wird, bis Ende August allen über Zwölfjährigen Impfangebote zu machen. Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde EMA über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Mit der Entscheidung wird für diesen Freitag gerechnet.

Damit bis zum Semesterbeginn im September beziehungsweise Oktober Studenten vollständig geimpft sind, müssten sie die erste Dosis im Laufe des Julis bekommen und die zweite im August oder September. «Ich kann nicht in die Kristallkugel schauen. Wenn aber Lieferungen wie zugesagt kommen und auch die neuen Anbieter wie Curevac an den Start gehen, bin ich zuversichtlich», sagte Ministerin Bauer.

Die Alternative wären aus ihrer Sicht engmaschige Tests. «Wir können aus den Komponenten Impfen, Testen, Abstandsregeln mehr machen», sagte Bauer der Zeitung. «Wir müssen nicht 500 Leute in die großen Hörsäle setzen zu einem Zeitpunkt, an dem die Pandemie noch nicht überwunden ist. Das Seminar aber, in dem man miteinander in Austausch tritt, das muss möglich sein.» Der Grundsatz müsse sein, dass die Studenten wieder an den Ort des Studiums kommen und studieren – «und nicht mehr im Kinderzimmer zu Hause bei Mama und Papa».

(dpa/lsw)

Freie Impftermine werden fast immer wieder neu besetzt

05:01
27.05.2021
Termine zum Impfen gegen das Coronavirus sind in Baden-Württemberg heiß begehrt. Und dennoch kommt es immer wieder vor, dass Termine für die Spritze im Impfzentrum und auch bei Hausärzten nicht wahrgenommen werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um Einzelfälle. Aus den Impfzentren sind aber auch andere Eindrücke zu hören. So schätzen die Verantwortlichen im Ulmer Impfzentrum die Quote der nicht wahrgenommenen oder abgesagten Termine auf drei oder vier Prozent. Beim lange umstrittenen Astrazeneca-Impfstoff seien es mehr.

Sicher sei aber, dass am Ende des Tages nichts übrig bleibe, heißt es einstimmig. «Wir bereiten den Impfstoff erst zu, wenn die Person auch erschienen ist. Das hat sich bewährt», sagt Hagen Feucht, der Organisatorische Leiter des Impfzentrums in Ulm. Auch im Klinikum Stuttgart würden Spritzen stets frisch aufgezogen, sagt Sprecherin Annette Seifert. Probleme mit nicht wahrgenommenen Impfterminen gebe es nicht. «Das Interesse an einer Impfung ist so gewaltig, dass alle abgesagten oder nicht wahrgenommenen Impftermine sofort durch andere Impfwillige aufgefüllt werden können.»

Seit der Freigabe der Impfpriorisierung bei Hausärzten organisieren sich Menschen allerdings bisweilen auch parallel zum Impfzentrum einen Termin beim Hausarzt. «Selbst Biontech-Termine werden bei uns nicht wahrgenommen, weil die Menschen vielleicht schon bei ihrem Hausarzt einen Termin bekommen haben», sagt Dieter Hassler, der Leiter der beiden Impfzentren im Landkreis Karlsruhe. An manchen Tagen kämen bis zu zehn Prozent der geplanten Patienten nicht. «Das ist erstmal keine große Menge, aber für unsere Planungen schon relevant», sagte der Allgemeinmediziner. «Wir haben aber niemals Impfstoff vernichtet», betont er.

(dpa/lsw)

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