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Samstag, 22. Mai

Sicherer Türkei-Tourismus? Minister warnt vor «unnötiger Polemik»

17:56
22.05.2021
Vor dem Beginn der Tourismussaison in der Türkei hat der türkische Tourismusminister Nuri Ersoy vor «unnötiger» Kritik an der Corona-Impfkampagne des Landes gewarnt. Ersoy wiederholte die Ankündigung der Regierung, bis Ende Juni alle Menschen in der Türkei über 20 Jahre impfen zu wollen. Das Land habe die Infrastruktur, das zu leisten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Antalya. Die Impfkampagne in der Türkei startete mit schnellem Tempo, verläuft aber inzwischen schleppend. Knapp 19 Prozent der Einwohner haben bisher die erste Impfdosis erhalten. In der Türkei leben viele junge Menschen, das Ziel der Regierung gilt dennoch als sehr ambitioniert.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte bei einem Besuch Anfang Mai in Berlin gesagt, jeden, den Touristen zu Gesicht bekommen könnten, werde man bis Ende Mai impfen. Ob das tatsächlich gelingen kann, scheint derzeit fraglich. «Wir wissen nicht, wer geimpft ist und wer nicht. Diese Information haben wir nicht», sagte Ersoy unter Bezug auf die Mitarbeiter im Tourismussektor.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes und war im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent eingebrochen. Erkan Yagci vom Tourismusverband Aktob etwa sagte, 2019 seien 16 Millionen Besucher nach Antalya gereist. 2020 seien es etwas mehr als 3,5 Millionen gewesen. Die Bevölkerung leidet ohnehin schon unter der hohen Inflation von rund 17 Prozent. Vor allem Lebensmittel werden immer teurer.

Für Aufregung hatte jüngst eine Videokampagne des Tourismusministeriums gesorgt. Menschen aus dem Gastgewerbe trugen darin Masken mit der Aufschrift «Enjoy! I'm vaccinated» («Genießt es. Ich bin geimpft»). Die Opposition bezeichnete das als Demütigung. Nutzer kritisierten, sie würden in ihrem Land als Bürger zweiter Klasse behandelt. Ersoy sagte, man habe das Video nach ein paar Stunden aus dem Netz genommen. Es sei verständlich, dass Leute in der aktuellen Situation empfindlicher reagierten, so Ersoy.

(dpa)

Aida eröffnet Kreuzfahrtsaison ab Kiel mit Ostseetour

16:15
22.05.2021
Die krisengeschüttelte Kreuzfahrtbranche startet nach mehrmonatiger Coronapause in Deutschland in die Saison. Den Anfang machte am Samstagabend in Kiel die «Aidasol» der Carnival-Tochter Aida Cruises. Das Schiff ist nach Angaben der Reederei ausgebucht und brach mit rund 900 Passagieren an Bord zu einer Kurztour in die Ostsee auf.

Am Pfingstsonntag folgt Tui Cruises mit «Mein Schiff 1». Das Gemeinschaftsunternehmen des Tourismusriesen Tui und des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean startet wie Aida eine «Blaue Reise», bei der die Urlauber zunächst ohne Landgang die ganze Zeit auf der Ostsee bleiben. Nach dem ersten Corona-Schock und dem sommerlichen Neustart 2020 sowie dem erneuten Lockdown im Herbst ist dies der zweite Anlauf, mit dem die Reedereien an den jäh unterbrochenen langjährigen Kreuzfahrtboom anknüpfen wollen.

Den «Neustart 2.0» in Kiel verdankt die Kreuzfahrtindustrie den sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein. Das Land zwischen Nord- und Ostsee hat seit längerem mit Abstand die niedrigsten Werte in Deutschland. Die Landesregierung hatte deswegen den Tourismus Mitte Mai geöffnet - unter strengen Vorgaben dürfen Reisende überall ins Land. «Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Der Seetourismus ist von großer regionalwirtschaftlicher Bedeutung und gibt den Menschen ein Stück Freiheit zurück», sagte der Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, Dirk Claus.

Auf die Kreuzfahrer wie auf die Besatzungen warten strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln; die Schiffe werden zudem nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Coronatests sind Pflicht, an Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Statt am Buffet zu stehen, wird den Gästen das Essen am Tisch serviert. Für Infektionsfälle gibt es eigene Protokolle, die sicherstellen sollen, dass Passagiere isoliert und alle Kontakte nachverfolgt werden können.

(dpa)

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