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Spahn wirbt für behutsame Corona-Öffnungen und Maskentragen

11:46
21.05.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für behutsame Öffnungsschritte und einen weiterhin wichtigen Schutz mit Abstand und Masken geworben. «Unsere Ungeduld darf am Ende nicht zu Übermut führen», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Er habe den Eindruck, «dass im Moment wochenweise in einigen Ländern Lockerungen gemacht werden». Zwischen Bund und Ländern sei aber vereinbart, vor möglichen nächsten Schritten zunächst zwei, drei Wochen zu warten und zu sehen, welche Folgen dies auf das Infektionsgeschehen habe.

Vorsicht gelte etwa auch für den Einzelhandel, machte Spahn deutlich. Drei Kunden in einem Schuh- oder Bekleidungsgeschäft seien okay. Etwa in großen Elektromärkten stünden am Handy-Stand aber oft 30 Leute in einer Traube. Dies seien Situationen, die wiederkämen, «die wir aber doch in der jetzigen Phase noch vermeiden können, ohne dass es wirklich eine Belastung fürs Leben ist».

Mit Blick auf Schutzmasken sagte Spahn, im Vergleich zu anderem sei dies zwar eine nervige, aber doch auch händelbare Maßnahme, die für die allermeisten mittlerweile in den Alltag übergegangen sei. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte, es gebe immer mehr Belege wie wirksam Masken auch in Alltagssituationen seien. Wenn jetzt gelockert würde, müsste der «Basisschutz» mit Abstand, Hygiene und Masken von allen möglichst beibehalten werden.

Niedersachsen rückt nach kritischen Reaktionen möglicherweise von einer geplanten Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel bei niedrigen Inzidenzwerten ab. «Die Landesregierung wird diesen Punkt nochmal sehr ernsthaft überdenken», sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag. Eine Entscheidung wurde am Nachmittag erwartet.

(dpa)

Moskaus Bürgermeister beklagt: Es gibt zu viele Impfmuffel

11:45
21.05.2021
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat ein zu langsames Tempo bei den Impfungen gegen das Coronavirus eingeräumt. Die Millionen-Metropole sei die weltweit erste Stadt gewesen, die mit Massenimpfungen begonnen habe, sagte er in einem am Freitag in seinem Blog veröffentlichten Video. «Der Anteil der geimpften Menschen in Moskau ist geringer als in jeder europäischen Hauptstadt.» Die russische Hauptstadt habe alle Voraussetzungen für einfache und kostenlose Impfungen geschaffen. Doch die Menschen lehnten es ab. «Das ist eine Schande», meinte Sobjanin. «Die Menschen werden weiter krank, sterben weiter und wollen gleichzeitig nicht geimpft werden.»

Nach jüngsten Angaben wurden in Europas größter Stadt bislang erst mehr als 1,3 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind weniger als zehn Prozent der Einwohner. Das unabhängige Nachrichtenportal Meduza schrieb, beim gegenwärtigen Tempo würde es Jahre dauern, um das angestrebte Ziel zu erreichen, 60 Prozent der Bevölkerung zu schützen. Experten gehen davon aus, dass viele nach überstandener Erkrankung immun sein dürften.

Umfragen zufolge lehnen viele Russen die im eigenen Land entwickelten Vakzine ab. Viele haben Zweifel, ob die Impfmittel überhaupt sicher seien. Sputnik V ist bereits seit neun Monaten auf dem russischen Markt und in fast 70 Staaten registriert. Die EMA prüft eine Zulassung für die EU. In Moskau wird die Spritze bereits seit Dezember in Polikliniken, aber auch in großen Einkaufszentren verabreicht. Geimpft wird neuerdings auch in Parks.

(dpa)

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