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20210520164938

Ministerpräsident: Hatten Studierende zunächst etwas wenig im Blick

16:45
20.05.2021
Nach den ersten beiden Semestern im Corona-Lockdown und Kritik an den Auflagen für die Hochschulen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein «Wahrnehmungsdefizit» eingeräumt und Studierende um Entschuldigung gebeten. Es sei ihm nach Gesprächen bewusst geworden, dass die Landespolitik die Lage der Studierenden anfangs zu wenig im Blick gehabt habe, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag beim sogenannten StudiGipfel, einer kleinen Gesprächsrunde mit Vertretern von Studenten und Hochschulen.

Covid-19 sei anfangs vor allem für ältere Menschen gefährlich und teils tödlich gewesen, sagte Kretschmann. Auf sie habe sich zunächst der Fokus gerichtet. «Da junge Leute in aller Regel keine schweren Krankheitsverläufe hatten, hat man sich erstmal nicht so drum gekümmert», räumte er ein. Zudem sei man der Ansicht gewesen, dass digitales Lernen bei Studierenden eher gelinge als an Schulen.

Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) tauschten sich in dem Gespräch in der Stuttgarter Universität mit zwei Studierenden aus Esslingen und Mannheim aus. Auch Sabine Köster von der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks Karlsruhe und Thomas Puhl, Direktor der Mannheimer Universität, nahmen an der Gesprächsrunde teil. Im Mittelpunkt standen die Lehren aus der Pandemielage, die Probleme des mangelnden Impfstoffs und die finanziellen Probleme von Studierenden.

Vor einem Gespräch hatte die Landesstudierendenvertretung die teils prekäre Situation der angehenden Akademiker in der Corona-Krise beklagt. «Viele Studierende befinden sich weiterhin in einer schweren finanziellen Notlage», sagte Präsidiumsmitglied Andreas Bauer von der Hochschule Mannheim. «Die politische und mediale Aufmerksamkeit lag vor allem bei den Schulen und weniger bei den Studierenden.» Die wirtschaftlichen und akademischen Nachteile der Studierenden seien kaum diskutiert worden, sagte Bauer.

(dpa/lsw)

Studie: Viele Schüler verloren wegen Corona Kontakt zu Schule

14:59
20.05.2021
Fast jeder dritte Schüler in Deutschland hat während der ersten coronabedingten Schulschließungen im Frühjahr 2020 keinen regelmäßigen Kontakt zu seiner Schule gehabt. Insbesondere in ländlichen Regionen gelang es nach der Schulleitungs-Studie «Leadership in German Schools» nicht, in Verbindung zu bleiben. Inzwischen hätten die Schulen aber dazugelernt. «Im Vergleich zu den Defiziten von damals ist von einer Verbesserung bei Digitalunterricht und Schulentwicklung auszugehen», sagte der Tübinger Erziehungswissenschaftler Colin Cramer am Donnerstag.

Die Universitäten Tübingen und Lüneburg sowie die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz hatten zwischen April und Juni 2020 insgesamt 306 zufällig ausgewählte Schulleitungen allgemeinbildender Schulen befragt. Nur etwa 25 Prozent der Schüler in den ländlichen Regionen Deutschlands erhielten demnach während der Schulschließung Lernmaterialien über Lernplattformen - in Städten waren es etwa 60 Prozent. Fast alle Lehrer (89 Prozent) kommunizierten direkt mit ihren Schülern, beispielsweise über Telefon, einen Messenger-Dienst oder E-Mails. Gemeinsames Lernen über Videokonferenzen in Kleingruppen (41 Prozent) oder im Klassenverband (33 Prozent) fand während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 hingegen eher selten statt.

(dpa/lsw)

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