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Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten fällt weiter

16:04
19.05.2021
Lang ersehnte Lockerungen in vielen Teilen Baden-Württembergs rücken in greifbare Nähe. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz fällt seit Tagen - auf 81,8 am Mittwoch, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte (Stand 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch bei 87,7 gelegen.

Nach fast zwei Monaten war Anfang der Woche erstmals wieder bei weniger als 100 je 100 000 Einwohnern im Südwesten innerhalb von sieben Tagen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt allerdings darauf hingewiesen, dass weniger Tests rund um den Feiertag Christi Himmelfahrt am 13. Mai zu niedrigeren Zahlen führen könnten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg am Mittwoch um 2125 auf 483 214. Inzwischen sind 9780 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren 29 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 441 206 Infizierte (plus 3339).

33 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen bei den Corona-Zahlen unter der 100er-Inzidenz, dem Richtwert für die bundesweite Notbremse. Am höchsten ist der Wert im Zollernalbkreis mit 189,6, am niedrigsten mit 30,6 im Landkreis Emmendingen.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 124 654 Fälle mit Hinweisen auf «besorgniserregende Varianten» übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge bei 96 Prozent, bei steigender Tendenz.

In Baden-Württemberg sind 4 128 442 Menschen nach Daten des Robert Koch-Instituts bisher ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das seien 37,2 Prozent der Bevölkerung und in etwa so viele wie im Bundesschnitt. Eine zweite Schutzimpfung, die bei manchen Impfstoffen nötig ist, haben 1 325 369 Geimpfte erhalten. Als vollständig geimpft gelten 11,9 Prozent der Bürger - das entspricht dem Bundesschnitt.

10,5 Prozent der 2395 betreibbaren Intensivbetten sind laut Landesgesundheitsamt im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden auch nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.

(dpa)

Druck im Streit um Details bei EU-Impfzertifikat steigt

15:00
19.05.2021
Einen Tag vor der womöglich letzten Gesprächsrunde der Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten um ein EU-Impfzertifikat erhöhen beide Seiten den Druck. «Wir werden nicht um jeden Preis zustimmen», sagte der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) am Mittwoch. Er betonte jedoch auch, dass es eine Annäherung gegeben habe.

Ein EU-Diplomat sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn es aufgrund der destruktiven Blockadehaltung des Europäischen Parlaments keine rasche Lösung geben kann, wird es bald eine Lösung ohne das Europäische Parlament geben müssen.»

Im Juni soll das europaweite Impfzertifikat an den Start gehen. Das Zertifikat soll ein fälschungssicherer Nachweis für eine Corona-Impfung, einen frischen Test oder eine überstandene Covid-Erkrankung sein. Ziel ist einfacheres Reisen in Europa.

Gestritten wird unter anderem noch darüber, welche konkreten Erleichterungen mit dem Zertifikat verbunden sein sollen, ob jedes EU-Land diese wie bisher selbst festlegen kann und wie man etwa mit nationalen Notfallzulassungen für den russischen Impfstoff Sputnik V und das Chinesische Vakzin Sinopharm umgehen soll.

(dpa)

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