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Corona-Inzidenz im Südwesten fällt unter die 100er Schwelle

16:27
17.05.2021
Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist erstmals seit fast zwei Monaten wieder unter die Schwelle von 100 gefallen. Im Laufe der vergangenen sieben Tage haben die Behörden mit Stand vom Montag (16.00 Uhr) im Schnitt 95,0 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Sonntag hatte der Wert noch bei 101,0 gelegen, am Samstag bei 102,3 und am Montag vergangener Woche deutlich höher bei 140,6. Baden-Württemberg hatte die 100er Marke letztmals am 20. März unterschritten.

Inzwischen liegen nur noch 18 von 44 Stadt- und Landkreisen über der 100er Inzidenzschwelle. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin im Zollernalbkreis, wo sie entgegen dem allgemeinen Trend am Montag leicht auf 210,7 stieg. Am niedrigsten ist die Inzidenz im Kreis Emmendingen (34,9).

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemiebeginn stieg um 600 auf 479 212. 22 weitere Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit, die Zahl der Toten stieg damit auf 9725. Als genesen gelten 435 580 Menschen (plus 1770).

Nach Angaben der grün-schwarzen Landesregierung wurde am Wochenende die Marke von vier Millionen Corona-Erstimpfungen in Impfzentren und bei niedergelassenen Ärzten überschritten. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge inzwischen knapp 1,25 Millionen Menschen im Land.

(dpa/lsw)

Hausärzte haben die freie Wahl - aber nicht genug Impfstoff

16:26
17.05.2021
Nach der Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen dürfen sich zwar fast alle Menschen in Baden-Württemberg impfen lassen. Bereits am ersten Tag wurde allerdings deutlich, dass die Nachfrage bei den Medizinern erheblich größer ist als der vorhandene Impfstoff. Außerdem befürchtet der Verband medizinischer Fachberufe eine Überlastung. Verbandspräsidentin Hannelore König warnte davor, gleich zu Beginn auf einen Impftermin zu hoffen. Im Prinzip bleibe es wegen des fehlenden Impfstoffs die ganze Woche schwierig, sagte sie dem SWR. Deshalb seien Arzthelferinnen und Arzthelfer «nicht so begeistert» vom Wegfall der Priorisierung.

Insgesamt habe die Arbeitsbelastung in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen, sagte König. Die Impfungen würden die Lage noch verschlimmern. «Es gibt keine Hotlines, die die Termine vergeben. Das machen die medizinischen Fachangestellten», sagte König.

Hausärzte haben in Baden-Württemberg seit Montag freie Wahl und müssen sich nicht mehr an die staatlich vorgegebene Priorisierung halten. Sie können selbst entscheiden, wer die Impfung zuerst braucht. Das gilt für sämtliche Impfstoffe und nicht wie bisher nur für das Mittel von Astrazeneca.

In den Impfzentren bleibt die Priorisierung dagegen erhalten, damit dort Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder mit hohem Ansteckungsrisiko auf jeden Fall zuerst geimpft werden. Allerdings können sich dort von Montag an auch Menschen impfen lassen, die im Arbeitsalltag einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg begrüßt zwar das Aus für die Impfreihenfolge. Sie hat aber auch bereits davor gewarnt, dass in der ersten Woche nahezu keine Erstimpfungen in den Arztpraxen angeboten werden könnten. «Die Menge des wöchentlich angelieferten Impfstoffs schwankt erheblich», sagte der stellvertretende KV-Landesvorsitzende Johannes Fechner. Nahezu der gesamte zur Verfügung stehende Impfstoff werde zunächst für Zweitimpfungen verwendet werden müssen. «In der Konsequenz müssen die Praxen oft fest gebuchte Impftermin wieder absagen. Dies erzeugt einen Mehraufwand für die Praxisteams und hohen Frust bei den Impfwilligen.»

Im SWR warnte auch der Tübinger Hausarzt Christian Mickeler vor zu hohen Erwartungen. «Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht», sagte er dem Sender.

Ab Juni sollen die Impfstoffmengen an die niedergelassenen Ärzte steigen, dann sollen auch Betriebsärzte nach und nach in das Impfen einbezogen werden.

(dpa)

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