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80 Prozent der potenziellen Olympia-Starter und Betreuer geimpft

12:58
17.05.2021
Von den rund 1400 potenziellen deutschen Athleten, Trainern, Betreuern und Ärzten bei den Olympischen Spielen in Tokio sind inzwischen rund 80 Prozent gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies gab Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Montag bei einem digitalen Fachgespräch der CDU/CSU zum Thema «Startschuss für den Neustart im Spitzen- und Breitensport» bekannt.

Für die deutschen Mannschaftsärzte und Mitglieder des Organisationsteams gebe es eine Impfpflicht. «Wir gehen damit einen Schritt weiter als das Internationale Olympische Komitee, das keine Impfpflicht vorgeschrieben hat», betonte Hörmann. In den nächsten beiden Wochen werde der Punkt kommen, an dem alle aus dem Team D und alle paralympischen Sportler geimpft sein würden, die das Angebot angenommen hätten oder annehmen wollten.

Dass die Olympia-Anwärter die Priorisierung beim Impfen respektiert und den Bedürftigen den Vortritt gelassen haben, ist für Stephan Mayer der richtige Weg gewesen. «Natürlich ist es ein sensibles Thema», sagte der für den Sport im Bundesinnenministerium zuständige Parlamentarische Staatssekretär und CSU-Politiker. «Zu dem Zeitpunkt, an dem es gut vermittelbar war, haben wir in einer konzertierten Aktion die Athleten und Betreuer geimpft.»

(dpa)

Ethikratsmitglied kritisiert Aufhebung der Impfpriorisierung

12:57
17.05.2021
Ethikratsmitglied Andreas Lob-Hüdepohl sieht die Aufhebung der Impfpriorisierung in einigen Bundesländern kritisch. Es verstoße gegen das Prinzip der Gerechtigkeit, «die noch nicht durchgeimpften Personen mit höherer Dringlichkeit dem Windhund- und Ellenbogenprinzip auszusetzen», sagte der Berliner Theologe im Interview mit «Welt». Während dies in Baden-Württemberg bereits gilt, wird den Hausärzten in Bayern im Lauf dieser Woche komplett freigestellt, in welcher Reihenfolge sie die Corona-Impfungen durchführen.

Aus Sicht von Lob-Hüdepohl setzen die Länder mit der Priorisierung auch das Gerechtigkeitsprinzip in der Impfstoffverteilung außer Kraft. Im Interview forderte er zudem mehr Freiheiten für Nicht-Geimpfte: «Wer einen negativen aktuellen PCR-Test vorweisen kann, muss eine Party besuchen können, ähnlich wie Geimpfte». Ansonsten sehe er ein Akzeptanzproblem.

Auch mit Blick auf die Verfassung sieht der Theologe Probleme. Den Nicht-Geimpften sei bereits ein doppelter Nachteil entstanden: Sie müssen länger Einschränkungen ihres Gesundheitsschutzes und ihrer Grundrechte hinnehmen. Lob-Hüdepohl hat sich im Ethikrat auf Beratung im «Gesundheit und Sozialwesen» spezialisiert.

(dpa)

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