In den Berliner Arztpraxen gilt weiter die festgelegte Impfreihenfolge. Anders als etwa in Baden-Württemberg sei die sogenannte Priorisierung nicht aufgehoben, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin am Montag. Auch ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit bestätigte am Montag auf Anfrage, zunächst sollten die priorisierten Gruppen geimpft werden. Allerdings dürften Haus- und Facharztpraxen seit Montag von der vorgeschriebenen Reihenfolge abweichen, wenn sie ihre Impfdosen nicht für priorisierte Gruppen verbrauchen könnten. Das hatte die Gesundheitsverwaltung bereits am Freitag mitgeteilt.
In der Diskussion um das Thema hatte die Berliner Kassenärztliche Vereinigung am Donnerstag scharf gegen eine vollständige Aufhebung der Impfreihenfolge protestiert. Aus ihrer Sicht fehlt es den Ärzten an ausreichend Impfstoff, um auch nur die Menschen aus den Vorranggruppen umfassend impfen zu können. Wie die Sprecherin am Montag sagte, würden Impftermine weiterhin nach der Prioritätenreihenfolge vergeben. Die Impfungen für die Priorisierungsgruppe 3, zu der zum Beispiel Menschen über 60 Jahren gehörten, hätten erst kürzlich begonnen.
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Freitag argumentiert, den Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzten solle mehr Flexibilität gegeben werden. In einem Schreiben von Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz an den Vorstand der KV vom Freitag ist die Rede von einer «bedingten Aufhebung der Priorisierung». Berlin habe sich entschlossen, von der Priorisierung in den Arztpraxen abzuweichen - im Sinn der Impfverordnung des Bundes.
(dpa)