Nach etlichen Monaten des Stillstands macht die britische Theaterszene erste Schritte Richtung Normalität. «Montag ist ein Moment der Aufregung», sagte Julian Bird von der Society of London Theatre der Deutschen Presse-Agentur vor der Öffnung erster Häuser am 17. Mai. «Es ist der Beginn der Erholung.» Ab dieser Woche dürfen Theater und Kinos in England sowohl drinnen als auch draußen wieder Publikum empfangen - vorausgesetzt, sie nutzen nur die Hälfte ihrer eigentlichen Kapazitäten, um Abstand zu ermöglichen.
Dies bedeute, dass zunächst nur kleinere Produktionen zu sehen sein werden, so Bird. Für die großen Shows im Londoner West End rentiere es sich nicht, vor einem so kleinen Publikum zu spielen. Musicals wie «Mary Poppins» oder «Hamilton» werden daher erst später im Sommer wieder zu sehen sein. Die Beteiligten hoffen darauf, dass mit den derzeit für den 21. Juni angepeilten weiteren Lockerungen dann die Abstandsregeln gelockert und mehr Publikum erlaubt sein wird.
«Die nächsten Wochen werden finanziell schwierig», sagte Bird. Mieten und Honorare müssten weiter bezahlt werden - auch bei reduzierter Gästezahl. «Aber es bringt viele Leute wieder in Arbeit, viele Freischaffende, Selbstständige, Schauspieler, Musiker, die wieder arbeiten und Geld verdienen können.» Gerade von ihnen seien viele in den vergangenen Monaten durch die Netze staatlicher Unterstützungsmaßnahmen gefallen.