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Spahn warnt vor "Übermut" bei Corona-Lockerungen

10:06
12.05.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz der Entspannung der Corona-Lage zu weiterer Vorsicht gemahnt. Mit sinkenden Infektionszahlen und auf den Intensivstationen gehe «alles in die richtige Richtung», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Es gelte nun aber, sehr aufzupassen, dass Zuversicht nicht zu Übermut werde und es kein Zuviel an Kontakten und Lockerungen gebe. Es werde sich erst in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Lage auch im Sommer insgesamt besser sei. Auf allen politischen Ebenen sei daher die Bereitschaft nötig, im Fall steigender Infektionen schnell auch wieder Beschränkungen einzuführen und nicht lange zu warten.

Wie Spahn sagte, beschloss das Kabinett erstmals bundeseinheitliche Regeln für Einreisen nach Deutschland, nachdem es bisher Verordnungen der Länder gab. Demnach sollen unter anderem für vollständig Geimpfte und Genesene Testpflichten und Quarantänevorgaben wegfallen - es sei denn man kommt aus einem Gebiet mit ansteckenderen Virus-Varianten.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich bei sinkenden Fallzahlen nun der Schwelle von 100. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8). Die Schwelle von 100 ist in der sogenannten Bundesnotbremse für besonders hohes Infektionsgeschehen genannt - wird sie in einer Region für mehrere Tage über- oder unterschritten, müssen schärfere Maßnahmen greifen oder können wieder ausgesetzt werden.

(dpa)

Hausärzte: Nachfrage bereits vor Freigabe von Impf-Terminen sehr hoch

09:44
12.05.2021
Vor dem Start der offenen Corona-Impfkampagne bei den Hausärzten ist das Interesse an Terminen für die von vielen ersehnte Spritze nach Einschätzung des Landesverbands der Mediziner bereits sehr groß. «Die Leute sind pandemiemüde, sie wollen diesen nächsten Schritt», sagte Verbandssprecher Manfred King am Mittwoch auf Anfrage. Allerdings sei der zeitraubende Diskussionsbedarf in den Praxen angesichts der Sorgen vor dem Wirkstoff Astrazeneca gewaltig.

Gegen das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige empfohlen. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gern damit impfen lassen würden, aber in der Impfreihenfolge bisher noch nicht dran waren.

Das Problem werde letztlich aber nicht die Frage sein, ob Astrazeneca oder Biontech in die Spritzen aufgezogen werde, sagte King. «Es muss erstmal genug Impfstoff da sein. Aber in der Regel haben die Hausärzte bislang nicht das bekommen, was sie erwartet haben.» Landessozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte den Bund wiederholt aufgefordert, mehr Impfdosen zur Verfügung zu stellen. Der Hausärzteverband hatte sich dem angeschlossen.

Vom kommenden Montag an soll die Impfstoff-Priorisierung bei niedergelassenen Ärzten für alle Impfstoffe aufgehoben werden. Ärzte können dann nach eigenem Ermessen entscheiden, welche Patienten besonders dringend mit einem Corona-Vakzin geimpft werden müssen. Sie müssen sich nicht mehr an die vom Land vorgegebene Reihenfolge halten. Die Mediziner hätten ihre Patienten aber im Blick, sagte King. «Sie kennen die Leute am besten und wissen Bescheid, wen sie impfen», sagte der Sprecher, dessen Verband in Baden-Württemberg rund 4100 Hausärzte vertritt. Viele von ihnen vergeben laut King keine Termine an fremde Interessenten.

(dpa/lsw)

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