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20210502101813

Millionen Menschen in Russland gegen Corona geimpft

10:17
02.05.2021
Die Impfungen gegen das Coronavirus in Russland gehen weiter nur schleppend voran. Bislang seien rund neun Millionen Menschen mit den beiden notwendigen Spritzen versorgt worden, berichtete das Staatsfernsehen am Sonntag. Das sind etwa sechs Prozent der Bevölkerung des flächenmäßig größten Landes der Welt. 13 Millionen Menschen haben demnach die erste Komponente eines Impfstoffes erhalten. Täglich gebe es bis zu 300 000 Impfungen, sagte Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa. Russische Wissenschaftler haben bislang drei Vakzine gegen das Virus entwickelt. Der Impfstoff Sputnik V ist seit fast neun Monaten auf dem russischen Markt.

Umfragen zufolge wollen sich die meisten Russen nicht impfen lassen. Viele zögern, weil sie skeptisch sind, ob die russischen Vakzine sicher sind. Immer wieder gibt es aber auch Berichte, dass nicht in allen Regionen Impfstoffe verfügbar sind. Um eine Herdenimmunität in der russischen Bevölkerung zu erreichen, müssen fast 70 Millionen Menschen geimpft werden. Kürzlich hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin spritzen lassen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

(dpa)

Indien meldet Tagesrekord an Corona-Toten

08:59
02.05.2021
In Indien sind an einem Tag noch nie so viele Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. 3689 Todesfälle wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Sonntag registriert. Erst am Samstag hatte Indien mit seinen über 1,3 Milliarden Einwohnern als erstes Land weltweit an einem Tag mehr als 400 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst. Das Gesundheitssystem ist überfordert, Krankenhäuser und Krematorien sind überfüllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff, Medikamenten und Impfdosen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Indien rund 19,5 Millionen Menschen angesteckt, insgesamt 215 542 starben. Mehrere Länder, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Japan, haben Indien Unterstützung zugesagt. Am Samstagabend erreichte eine Maschine der Luftwaffe die Hauptstadt Neu Delhi mit 120 Beatmungsgeräten.

(dpa)

Astrazeneca nimmt für Non-Profit-Impfstoff weniger Ertrag hin

08:10
02.05.2021
Der Corona-Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat mit seinem Vakzin im ersten Quartal fast 300 Millionen Dollar eingenommen - nimmt allerdings einen geringeren Gewinn hin. In den ersten drei Monaten lag der Umsatz mit dem Covid-19-Impfstoff weltweit bei rund 275 Millionen Dollar (226,8 Mio Euro), wie das britisch-schwedische Unternehmen am Freitag in Cambridge mitteilte. Astrazeneca hatte sich von Beginn an auf die Fahnen geschrieben, mit dem Impfstoff, der federführend von Forschern der Universität Oxford entwickelt wurde, während der Pandemie keine Gewinne erwirtschaften zu wollen. Der um 55 Prozent gestiegene Kerngewinn je Aktie lag nun bei 1,63 Dollar und sei wegen des Pandemie-Impfstoffs 3 Cent geringer ausgefallen, so das Unternehmen.

Während viele Pharmakonzerne zuletzt über schleppende Geschäfte berichteten, da Menschen weniger zum Arzt gehen, bescherte Astrazeneca das Geschäft mit Krebsmedikamenten und neuen Arzneien steigende Umsätze. Zwischen Januar und März kletterten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf rund 7,3 Milliarden Dollar. Die Corona-Impfung herausgerechnet, betrug der Zuwachs noch elf Prozent. Der Gewinn übertraf trotz Pandemie die Erwartungen.

Konzernchef Pascal Soriot sprach von «soliden Fortschritten» in den vergangenen drei Monaten. «Neue Medikamente haben zu mehr als der Hälfte unseres Umsatzes beigetragen, und alle Regionen sind ermutigend gewachsen.» Für das Gesamtjahr 2021 erwartet Astrazeneca ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerprozentbereich. Pro Aktie rechnet der Konzern mit einem Ergebnis zwischen 4,75 und 5,00 US-Dollar (umgerechnet aktuell 3,92 bis 4,13 Euro).

In diesem Ausblick ist der Corona-Impfstoff, der wohl zumindest die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens in den kommenden Monaten weiterhin prägen dürfte, gar nicht inbegriffen. Mit einem Preis von rund 3,40 Euro pro Dosis liegt der Impfstoff preislich deutlich unter den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Außerdem kann das Mittel relativ einfach transportiert und gelagert werden, da Kühlschranktemperaturen ausreichen. So eignet es sich etwa besonders für den Einsatz in Entwicklungsländern.

Doch trotz seines logistischen und preislichen Vorteils und der nachweislich hohen Wirksamkeit verlief die noch recht junge Historie des Astrazeneca-Impfstoffs relativ holprig: Selten auftretende Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Impfung führten dazu, dass mehrere Staaten das Mittel nur noch für höhere Altersgruppen offiziell empfehlen oder den Impfstoff sogar gar nicht mehr einsetzen. Das wiederum selbst sorgte auch in Altersgruppen, für die das Vakzin uneingeschränkt empfohlen wird, zu Misstrauen. Zeitweise blieben zigtausende Impfdosen liegen, weil Bürger ihre Termine nicht wahrnahmen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Astrazeneca für Menschen ab 60 - nach ärztlicher Aufklärung können sich jedoch auch Jüngere damit impfen lassen.

Doch auch Astrazeneca selbst sorgte immer wieder für Ärger: So kürzte der Konzern mehrfach seine Liefermengen in die EU-Staaten, während Großbritannien weiterhin relativ geräuschlos beliefert wurde. Die EU sieht darin einen Vertragsbruch und zog gegen Astrazeneca vor Gericht. Das Unternehmen hält die Klage für unbegründet. Der Vertrag enthält die umstrittene Klausel, die Firma müsse «best reasonable efforts» zur Erfüllung der Zusagen unternehmen - zu deutsch in etwa «alle vernünftigen Anstrengungen». Astrazeneca argumentiert, das habe man eingehalten; die EU-Kommission sieht das anders. Ende Mai wird vor Gericht verhandelt.

(dpa)

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