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Erste Corona-Testperson in Brasilien bekommt langersehnte Umarmung

04:25
11.05.2021
Nach fast eineinhalb Jahren ohne persönlichen Kontakt hat die erste freiwillige Testperson für einen Corona-Impfstoff in Brasilien ihre Mutter wieder getroffen. «Ich bin mehr als 600 Kilometer mit dem Auto von São Paulo nach Araguari in Minas Gerais gefahren», sagte Denise Abranches, die von dem Wiedersehen zum Muttertag am Montag zurückreiste, der Deutschen Presse-Agentur.

«Das war eine Umarmung, die ich nie wieder vergessen werden», sagte Abranches (47). «Auch meine Mutter hat es sehr bewegt.» Wenigstens einen Tag habe sie mit ihrer Mutter verbringen wollen, hatte das brasilianische Nachrichtenportal «G1» sie zitiert.

Abranches, die die Abteilung für Zahnmedizin des Hospital São Paulo leitet und als Zahnchirurgin den Mund von Corona-Patienten reinigt, damit kein zusätzliches Infektionsrisiko entsteht, hatte im vergangenen Jahr an einer sogenannten Phase-III-Studie für den Astrazeneca-Impfstoff in Brasilien teilgenommen.

Tausende Freiwillige aus dem Gesundheitssektor und anderen Bereichen, in denen man dem Coronavirus verstärkt ausgesetzt ist, die sich noch nicht infiziert hatten, bekamen wie Abranches im vergangenen Jahr eine Impfung, etwa von Astrazeneca oder dem chinesische Pharmakonzern Sinovac, oder ein wirkungsloses Mittel für Kontrollwerte zum Vergleichen. Brasilien war zum Testlabor der Welt geworden.

Monatelang war Abranches fast nur zwischen Krankenhaus und Zuhause unterwegs, der tägliche Kampf gegen das Virus ist ihr Alltag. «Ich habe in diesem Krieg, an dieser Front sehr gelitten. Das waren viele Herausforderungen, vor allem mental», sagte sie der dpa.

Sechs Monate nach der Teilnahme an dem Test erfuhr Abranches, dass sie ein wirkungsloses Mittel für Kontrollwerte zum Vergleichen und nicht den Wirkstoff bekommen hatte. Von Januar an wurden im Rahmen der landesweiten Impfkampagne zuerst Denise Abranches und dann ihre Mutter Maria Vilma Pinto (74) geimpft.

«Ich war sehr angespannt, weil ich die ganze Woche über PCR-Tests gemacht habe», sagte Denise Abranches über die Tage vor dem Treffen. Seit Weihnachten 2019 hatten sich Mutter und Tochter nach eigenen Angaben nur über Videoanrufe unterhalten.

(dpa)

Kapitel

Montag, 10. Mai

EMA-Chefin gegen Patentfreigabe für Impfstoffe

18:00
10.05.2021
In der Diskussion um eine mögliche Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe hat sich die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke, gegen diese Idee ausgesprochen. Das löse die akuten Probleme nicht und schaffe kein Umfeld für Innovationen, denen die Vakzine zu verdanken seien, sagte Cooke am Montag im Interview mit dem «Handelsblatt» und weiteren europäischen Medien. Dagegen sei alles hilfreich, was zur Produktion und zur internationalen Kooperation beitrage.

US-Präsident Joe Biden hatte vor kurzem die Diskussion um Patentfreigabe angestoßen. Dies wird aber vor allem in der EU abgelehnt.

Mit Skepsis reagierte Cooke auf die Diskussion um ein Ende der Restriktionen und volle Freiheit für Geimpfte. «Ich weiß, dass man nicht einfach sagen kann: "Wenn du zwei Impfungen hattest, kannst du dich frei bewegen"», sagte die EMA-Chefin. «Wenn wir es (Covid) am Anfang ernst genug genommen hätten, wären wir vielleicht in einer anderen Situation. Ich möchte also nicht, dass wir den gleichen Fehler noch einmal machen.» Sie schloss zudem eine rasche Rückkehr zur Normalität aus. «Wir müssen wachsam bleiben und mehr lernen darüber, wie wir mit dem Virus umgehen, was auch immer das
neue normale Leben sein wird.»

(dpa)

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