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20210510090652

EU-Ethikratsvorsitzende kritisiert neue Corona-Erleichterungen

09:04
10.05.2021
Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates hat die seit Sonntag geltenden Erleichterungen für Genesene und Geimpfte in der Corona-Pandemie kritisiert. «Ich halte (diesen Schritt) tatsächlich für ein Problem, weil es eine Ungerechtigkeit bedingt», sagte Christiane Woopen am Montag im «ARD»-Morgenmagazin. Nach Ansicht Woopens sollten etwa auch Menschen mit einem negativen PCR-Test Erleichterungen genießen und nicht anders behandelt werden als Geimpfte oder Genesene.

«Wenn jetzt die Debatte unter dem Stichwort Neid geführt wird, dann ist das irreführend», sagte sie. Weil dabei der Einzelne aufgefordert würde, nicht neidisch zu sein. «Es geht aber um die politische Verantwortung, diese Möglichkeiten, die Grundrechte wieder auszuüben, allen Menschen zu ermöglichen - und dafür gibt es eben die technischen Möglichkeiten», betonte Woopen. Auch im Umgang mit Genesenen, deren Erkrankung länger her sei als sechs Monate, bedürfe es dringend einer Nachjustierung.

Woopen fragte, warum die Fragen zur Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen nicht schon vor einem Jahr gestellt worden seien, schließlich habe es auch dann schon Genesene gegeben. «Wenn es jetzt wirklich auf den Grundrechtsschutz für den Einzelnen ankommt, dann hätten wir schon seit über einem Jahr ganz andere Debatten führen müssen», sagte sie.

(dpa)

Wohnungslosenverbände besorgt wegen Johnson & Johnson-Empfehlung

09:04
10.05.2021
Wohnungslosenverbände zeigen sich hinsichtlich der Empfehlung, das Vakzin von Johnson & Johnson nur an über 60-Jährige zu impfen, besorgt. «Das ist bitter und wird die Sache ins Stocken bringen», sagte Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorteil des Impfstoffs von Johnson & Johnson ist, dass - anders als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen - eine Impfung für den vollen Schutz ausreicht.

Wohnungslose gehörten der Priorisierungsgruppe zwei an und müssten schon längst geimpft sein, so Rosenke. «Die nicht sehr hohe Impfquote bei Wohnungslosen ist auch darauf zurückzuführen, dass in vielen Kommunen auf den Impfstoff von Johnson & Johnson gewartet wurde», sagte Rosenke. Gerade Wohnungslose hätten oft Vorerkrankungen. Daher sei es sinnvoll, sie so schnell wie möglich zu impfen. Wichtig sei nun unter anderem, mobile Impfteams und Angebote in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen anzubieten.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland künftig in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben. So verfahren wird bereits ab diesem Montag.

(dpa)

Irland lockert Corona-Maßnahmen: Einkaufen mit Termin, Museen öffnen

09:03
10.05.2021
Irland hat nach mehreren Monaten im Lockdown mit weitreichenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen einige Corona-Maßnahmen gelockert. Nicht lebensnotwendige Geschäfte dürfen nun Terminkunden empfangen sowie Click & Collect anbieten. Friseure und Schönheitssalons dürfen ebenfalls Kunden mit einer Reservierung empfangen. Auch Museen, Büchereien und andere kulturelle Einrichtungen öffnen wieder.

In privaten Gärten können sich bis zu sechs Menschen oder drei Haushalte treffen, an Beerdigungen und Hochzeiten dürfen bis zu 50 Gäste teilnehmen. Maximal 15 Menschen dürfen im Freien gemeinsam trainieren oder sich treffen. Außerdem sind Reisen innerhalb des EU-Landes nun wieder erlaubt, allerdings keine Hotelübernachtungen.

Einen Bonus gibt es für vollständig Geimpfte. Sie dürfen sich in geschlossenen Räumen mit bis zu zwei anderen Haushalten treffen, wenn auch diese geimpft sind, oder mit einem anderen nicht geimpften Haushalt. Offiziellen Zahlen zufolge haben in Irland mit etwa 4,9 Millionen Einwohnern bisher etwa 500 000 Erwachsene beide Impfdosen erhalten.

Die irische Regierung plant als nächsten Schritt, vom 2. Juni an Hotels öffnen zu lassen, vom 7. Juni an sollen Besuche eines Haushalts in geschlossenen Räumen möglich sein sowie die Außengastronomie öffnen.

Irland hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen auch wegen des langen Lockdowns nach einem starken Anstieg zu Jahresbeginn zuletzt auf rund 500 gedrückt.

(dpa)

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