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20210507104751

Laschet: Geimpfte sollen mit Lockerung verantwortungsvoll umgehen

09:14
07.05.2021
Angesichts der Lockerung von Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. «Jetzt befinden wir uns in einer sehr kritischen Phase der Pandemie, eine Phase, in der dieser Zusammenhalt leicht gefährdet werden könnte», sagte der CDU-Chef am Freitag im Bundesrat in Berlin. «Dazu brauchen wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück», forderte der Unions-Kanzlerkandidat von vollständig Geimpften. Wenn sie Menschen begegnen, «die noch auf die Impfung hoffen», sollten sie ihnen mit einer «Geste des Respekt» begegnen und nicht mit «triumphalistischem Überschwang».

Die Priorisierung der Corona-Schutzimpfungen verteidigte Laschet unterdessen. Es sei richtig gewesen, zunächst eine «Brandmauer der Impfung um die Betagten und besonders Vulnerablen» zu ziehen, sagte er. Seiner Einschätzung nach ist es weiterhin wichtig, etwa an der Bevorzugung von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel oder von Lehrerinnen und Lehrern an weiterführenden Schulen festzuhalten.

Laut Verordnung fallen nun etwa Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Bei Treffen mit anderen Personen werden sie nicht mitgezählt. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl Geimpfter treffen.

Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung auch den Bundesrat. Sie sei «richtig» und «geboten», sagte Laschet. Wenn die Verordnung zügig im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird, könnten die Lockerungen bereits am Wochenende gelten.

(dpa)

RKI-Chef gegen schnelle Lockerungen

09:05
07.05.2021
Trotz der Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung dringt der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Geduld und vorsichtige Öffnungsschritte. Die gegenwärtige Entwicklung mit sinkenden Inzidenzen, leicht sinkender Belegung der Intensivstation und immer mehr Impfungen gebe Hoffnung, «dass wir die Pandemie bald kontrollieren können», sagte Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Dennoch blieben noch Maßnahmen zur Kontaktreduktion und die Einhaltung der Regeln nötig.

«Die Pandemie ist quasi wie ein prall gefüllter Luftballon, den wir zusammen unter der Wasseroberfläche halten.» Das sei ein gemeinsamer Kraftakt. Würden schlagartig alle Maßnahmen aufgehoben, breite sich das Virus wieder rasant aus. «Um im Bild zu bleiben: Wenn wir den Ballon jetzt loslassen, springt er über die Wasseroberfläche. Wir dürfen also nicht ungezielt lockern.»

Mit zunehmenden Impfungen von Woche zu Woche könnten aber nach und nach auch einzelne Maßnahmen zurückgenommen werden. «Der Ballon verliert sozusagen langsam Luft, und es braucht aber immer weniger Kraft, ihn unten zu halten.» Noch habe der Ballon aber genug Luft. «Zügig impfen, kontrolliert öffnen», betonte Wieler.

«Die steigende Impfquote wird in absehbarer Zeit sehr spürbare Erleichterungen bringen», stellte Wieler in Aussicht. Bis man aber weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen. Auch dann werde es noch Infektionen und Ausbrüche geben, aber keine Wellen mehr. «Dann haben wir die Pandemie unter Kontrolle», sagte Wieler.

Auf den Intensivstationen gebe es bisher nur einen Rückgang der Patientenzahlen bei den leichteren Covid-19-Fällen, so der RKI-Chef. Über 70 Prozent der Intensivbereiche meldeten begrenzte oder ausgelastete Kapazitäten. «Das sind Höchstwerte in dieser Pandemie.»

(dpa)

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