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EU-Behörde EMA will sich in Kürze zu Astrazeneca-Risiken äußern

13:33
06.04.2021
Ein hoher Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat eine baldige Stellungnahme seiner Behörde zu möglichen Thrombose-Risiken bei Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca angekündigt. Dabei warnte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in dem am Dienstag veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung «Il Messaggero» vor zu hohen Erwartungen an EMA-Vorgaben. Die Bewertung laufe noch. Zugleich sagte Cavaleri, dass es nach seiner eigenen Einschätzung einen noch nicht genauer bestimmten Zusammenhang zwischen Vorfällen mit Blutgerinnseln im Gehirn und den Astrazeneca-Impfungen gebe.

«Meiner Meinung nach können wir inzwischen sagen, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt. Was diese Reaktion auslöst, wissen wir aber noch nicht», sagte Marco Cavaleri der Zeitung. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis spreche dennoch weiter für den Impfstoff.

«Unsere Bewertung ist noch lange nicht abgeschlossen», erläuterte Cavaleri. Er erwarte kaum, dass die EMA diese Woche «so weit kommt, wie es verschiedene Länder getan haben, Altersgrenzen festzulegen». Mitte März hatte die EMA, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, erklärt, es gebe keine Hinweise, dass die Impfungen die Thrombose-Vorfälle verursacht hätten. Da das aber auch nicht ausgeschlossen sei, liefen Untersuchungen.

Auch Ende März hatte sich EMA-Chefin Emer Cooke gegen Beschränkungen ausgesprochen. Eine aktualisierte Empfehlung der EMA sei für die Sitzung ihres Sicherheitsausschusses vom 6. bis 9. April zu erwarten, hieß es da. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schrieb auf Twitter, am Mittwoch sei mit einer EMA-Bewertung zu rechnen.

In Deutschland hatten Bund und Länder Ende März nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund waren seltene Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Zuvor hatte es eine mehrtägige Impfpause gegeben, Mitte März waren Astrazeneca-Impfungen nach Überprüfungen dann wieder angelaufen.

Auch die britische Arzneimittelbehörde untersucht Fälle von Hirnthrombosen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat, wie die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwägt, das Präparat nicht mehr für unter 30-Jährige zu empfehlen. MHRA-Chefin June Raine betonte jedoch, eine regulatorische Entscheidung sei noch nicht gefallen.

(dpa)

DFL: Vorerst kein verpflichtendes Quarantäne-Trainingslager

12:43
06.04.2021
Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga müssen im April nicht ins Quarantäne-Trainingslager, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Die Deutsche Fußball Liga behält sich einen entsprechenden Beschluss zu einem späteren Zeitpunkt während der laufenden Saison allerdings vor, teilte die DFL am Dienstag mit. Aus medizinischer Perspektive halte man so eine Maßnahme derzeit nicht für notwendig.

«Mit dem vorläufigen Verzicht auf die Maßnahme folgt das Präsidium einer Empfehlung der 'Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer. Das Vorgehen ist auch mit der Kommission Fußball abgestimmt», erklärte die Dachorganisation der 36-Proficlubs.

Für den Profifußball geht es darum, angesichts von steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie die Spielzeit im immer enger werdenden Terminkalender planmäßig zu Ende zu führen. Bei einer Entscheidung zu Gunsten eines Quarantäne-Trainingslagers braucht es acht Tage Vorlauf. Zuletzt hatte es wegen Corona-Fällen einige Absagen in der 2. Liga gegeben. Die DFL hatte daraufhin ihr Hygienekonzept verschärft: Ab einer Inzidenz von 35 gibt es zu den obligatorischen PCR-Tests weitere Antigen-Schnelltests an jedem Trainings- und Reisetag für Spieler und Betreuer.

(dpa)

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