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Chance für Oktoberfest "fifty-fifty"

06:08
05.04.2021
Niemand weiß, ob das Oktoberfest dieses Jahr stattfinden kann, doch bei den Festzelten stapeln sich bereits die Reservierungsanfragen. «Die Resonanz ist sehr positiv», sagt der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. «Die Leute wollen kommen.» Bei den Hotelbuchungen gibt es dagegen merkliche Zurückhaltung. Wie von Hotelketten und Reiseportalen zu hören ist, gehen dort weniger Reservierungen, Buchungen und Suchanfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten zur Wiesnzeit ein.

In normalen Jahren kommen in den beiden Festwochen sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt. Sie trinken, singen und feiern in den Zelten auf engstem Raum. Ohne wirksamen Impfschutz böte das Fest alle Voraussetzungen für ein internationales Superspreader-Event. In diesem Jahr ist das Oktoberfest vom 18. September bis 3. Oktober geplant.

Trotzdem haben laut Inselkammer sich die allermeisten Stammgäste schon jetzt ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten alle ihre angestammten Wiesntische so bestellt wie 2019. «Nur nur ganz wenige haben abgesagt.» Die meisten Reservierungen kämen von Gästen aus München und der Region; es gebe aber auch Anfragen aus dem Ausland. Er selbst schätze die Chance für eine Wiesn «fifty-fifty», sagt Inselkammer. «Ich bin zuversichtlich. Aber es hängt natürlich vor allem von den Impfungen ab.»

Den Wirten zufolge ist Anfang Juni der späteste Zeitpunkt für eine Absage oder Zusage zum Oktoberfest. «Dann müssten wir die Aufbaufirmen beauftragen», sagt Inselkammer. Die Stadt will voraussichtlich im Mai den Daumen heben oder senken.

Er würde keine Wetten auf ein Oktoberfest 2021 abschließen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zuletzt. «Man darf sehr skeptisch sein.» Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht das ähnlich: «Ich halte die Skepsis des Oberbürgermeisters für absolut berechtigt und teile sie, auch wenn es heute noch keine abschließende Bewertung geben kann.»

«Eine abgespeckte Version ist keine Wiesn. Das wollen wir nicht», sagt auch Wirtesprecher Inselkammer. «Mit Masken, begrenzten Plätzen und Abstand im Zelt: Das ist wirtschaftlich sinnlos - und das ist auch keine Wiesn, wie wir sie lieben und wollen. Das macht keinen Spaß.»

Die Wirte würde eine erneute Absage viel Geld kosten. Allein Inselkammer veranschlagt die laufenden Kosten ohne Wiesn auf 400 000 Euro. Der Wirtschaftswert des weltweit größten Volksfestes liegt bei 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro.

(dpa)

GEW: Abiturprüfungen wegen Corona notfalls ausfallen lassen

06:02
05.04.2021
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. «Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen», sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). «Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.»

Tepe sagte, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte im RND-Podcast «Die Schulstunde», die Kultusministerkonferenz gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Eine Absage von Prüfungen wäre nach seinen Worten zum Nachteil der Schüler. «Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben. Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten.» Alle sollten später stolz sagen können: «Ich habe ein ganz reguläres Abitur geschrieben wie alle anderen auch – und das noch unter Pandemiebedingungen.»

(dpa)

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