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Corona-Ausbruch im Gefängnis: Gefangene und Wärter getestet

13:09
21.04.2021
Wegen mehrerer Corona-Infektionen in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart sind massenweise Gefangene und Bedienstete getestet worden. Das bestätigte Anstaltsleiter Matthias Nagel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Rede war von rund 100 Gefangenen und 100 Angestellten, die getestet worden seien. Man erwarte die Ergebnisse am Donnerstag, sagte Nagel. Zwei infizierte Gefangene im Alter von jeweils 24 Jahren befänden sich derzeit isoliert in ihrer Abteilung. Wo und wie sich die Gefangenen angesteckt haben, ist weiter unklar. Sie hätten aber nicht viele Sozialkontakte gehabt, sagte Nagel. «Wir gehen davon aus, dass nicht mehr viel kommt.» Ein weiterer Gefangener sei positiv getestet worden. Eine positiv getestete Bedienstete befände sich zuhause.

Die JVA verfüge über Räume in der Krankenabteilung, die eigentlich für Tuberkulose-Fälle gedacht seien, um die Infizierten unterzubringen, sagte Nagel. Wegen des Corona-Ausbruchs wurde am Montag in dem Gefängnis in Stuttgart-Stammheim ein Aufnahmestopp verhängt. Der Verkehr mit der Außenwelt wurde auf das Nötigste beschränkt. Weil Angeklagte nicht vor Gericht erscheinen konnten, mussten diese Woche mehrere Prozesse vertagt werden.

(dpa/lsw)

Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung

12:08
21.04.2021
In Deutschland sind bis Mitte April 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gemeldet worden. Das berichtet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf seiner Homepage. Die Betroffenen seien zwischen 13. Februar und 31. März geimpft worden. Zwölf Menschen seien gestorben, sechs Männer und sechs Frauen. Bis einschließlich 15. April wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht.

Die sehr seltenen Fälle dieser Hirnthrombosen wurden nach PEI-Angaben bisher ausschließlich nach der ersten Impfdosis berichtet. Die Symptome begannen demnach in 57 der 59 Fälle innerhalb von 29 Tagen nach der Impfung, in zwei Fällen lagen dem Institut dazu keine Angaben vor. In 31 Fällen wurde zusätzlich eine sogenannte Thrombozytopenie gemeldet - also ein Mangel an Blutplättchen. Diese sei spätestens nach 17 Tagen aufgetreten, hieß es.

45 der insgesamt 59 Meldungen von Hirnthrombosen betrafen den Angaben zufolge Frauen, deren Alter lag zwischen 20 und 79 Jahren. 38 jener 43 Frauen, bei denen das Zeitintervall zwischen Impfung und Symptombeginn bekannt ist, waren zwischen 22 und 59 Jahren alt, die fünf übrigen Frauen waren mindestens 60 Jahre alt. Zwölf der 14 betroffenen Männer waren 20 bis 59 Jahre alt, die übrigen beiden waren zwischen 60 und 70.

Wegen der Fälle solcher Blutgerinnsel (Thrombosen) soll der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland seit 31. März in der Regel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige können sich «nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung» weiterhin damit impfen lassen.

Nach Prüfung ähnlicher Nebenwirkungen hatte die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Dienstag dem jüngst zugelassenen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson grünes Licht gegeben. Nach Daten der US-Arzneimittelbehörde FDA liegt bei diesem Präparat das Risiko für solche Thrombosen bei rund 1 zu einer Million.

(dpa)

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