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20210415140205

Verbote der Stuttgarter «Querdenker»-Proteste bestätigt

14:00
15.04.2021
Das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat die Verbote zweier Demonstrationen gegen die Corona-Politik am kommenden Samstag bestätigt. Die Stadt hatte unter anderem argumentiert, die Versammlungen bedrohten angesichts der steigenden Infektionszahlen Leib und Leben der Demonstranten und weiterer Menschen. Diese Auffassung teile die Kammer, wie es hieß. Die Verhängung von Auflagen sei zudem wohl nicht ausreichend, um das Risiko zu reduzieren. «Es wäre zu erwarten, dass diese Auflagen von einer großen Zahl der zu erwartenden Teilnehmer nicht eingehalten würden», gab eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts den Tenor der Entscheidung wieder. Auch gebe es zurecht Zweifel an der Zuverlässigkeit der Versammlungsleiter.

Nach den Verboten durch die Stadt hatten die Veranstalter Eilanträge gegen die Entscheidungen gestellt. Mit dem Verbot wollte die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der «Querdenker»-Bewegung bis zu 15 000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren. Danach war eine Debatte entfacht, ob solche Veranstaltungen verboten werden könnten. Die Stadt hatte die Erlaubnis für die Demonstration verteidigt und auf das Versammlungsrecht verwiesen, das trotz Corona gelte.

Die Veranstalter können gegen die Entscheidung des Gerichts noch vorgehen und Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim gegeben.

(dpa)

DKG: Viele Krankenhäuser fahren Regelversorgung zurück

13:59
15.04.2021
Viele Krankenhäuser fahren ihre Regelversorgung zurück, um Platz für weitere Covid-19-Patienten zu schaffen. «Das ist unbedingt notwendig, um auf die Zunahme
der Covid-Patienten vorbereitet zu sein», sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der «Rheinischen Post» (Freitag). «Die Covid-Patienten von heute sind die Neuinfizierten von vor zwei bis drei Wochen», fügte Gaß hinzu.

Wie auch die Intensivmediziner fordern die Krankenhäuser daher schnelles und konsequentes politisches Handeln. Man müsse damit rechnen, dass «die Zahl der Covid-Patienten den Höchststand der zweiten Welle bald erreichen wird.» Eine Notbremse, die ab 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und sieben Tagen gelten soll, ist aus Sicht der Krankenhausgesellschaft schon seit Wochen überfällig. Zuletzt war die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark gestiegen.

«Nach einer aktuellen Umfrage erwarten aber trotz allem mehr als 50 Prozent der Kliniken, dass ihr Standort nicht vor einer kompletten Überlastung des Systems steht.» Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf würden «auch weiterhin einen Behandlungsplatz im Krankenhaus finden», sagte Gaß.

Am Donnerstag waren 4679 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Von den Patienten wurde mehr als die Hälfte beatmet.

(dpa)

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