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20210414121032

Corona hinterlässt tiefe Spuren in der Südwest-Industrie

10:26
14.04.2021
Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr tiefe Spuren in der Industrie im Südwesten hinterlassen. Das Statistische Landesamt sprach in einer Mitteilung am Mittwoch von einer der stärksten Rezessionen der jüngeren Geschichte. Mit Beginn der Anti-Corona-Maßnahmen im Frühjahr 2020 sei die Nachfrage nach Industrieprodukten eingebrochen, Produktion und Umsatz seien erheblich zurückgegangen, hieß es. Gegen Jahresende hätten sich dann allerdings auch schon wieder deutliche Erholungstendenzen gezeigt.

Mit insgesamt 346,6 Milliarden Euro lag der Umsatz der Industriebetriebe am Ende aber trotzdem deutlich unter dem Vorjahresniveau - um 23,2 Milliarden Euro oder 6,3 Prozent. Etwa die Hälfte des gesamten Industrieumsatzes in Baden-Württemberg kommt allein aus der Automobilbranche und dem Maschinenbau.

(dpa/lsw)

Kritik an Gästeliste für Impfgipfel - Sozialverbände nicht dabei

10:26
14.04.2021
Vor Beginn des baden-württembergischen Impfgipfels üben Sozialverbände und Patientenvertretungen Kritik, weil sie nicht mit am Tisch sitzen können. «Wir vertreten die Menschen, für die eine Corona-Impfung besonders wichtig ist, und wir wissen um die erheblichen Probleme, die die Betroffenen beim Organisieren und Realisieren von Impfterminen haben», kritisierten der Paritätische Baden-Württemberg und der Sozialverband VdK am Mittwoch in Stuttgart. Diese Erfahrung dürfe beim Gipfel nicht außen vor bleiben, sagte der VdK-Landesvorsitzende Hans-Josef Hotz.

Gerade bei den sozialen Dienstleistern gebe es Personengruppen, die dringend in der Impfstrategie des Landes berücksichtigt werden müssten, beklagte auch Ursel Wolfgramm vom Paritätischen. Mitarbeitende der Haushaltshilfe und Familienpflege seien bisher völlig vergessen worden. «Sie betreuen Familien, in denen meist die Mutter aufgrund einer schweren Erkrankung zur Risikogruppe gehört», sagte Wolfgramm.

Um die Corona-Impfkampagne im Südwesten voranzutreiben, will Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an diesem Freitag mit Kommunalpolitikern sowie Vertretern etwa von Landesärztekammer, Landesapothekerverband und Krankenhausgesellschaft sprechen. Es geht um einen Plan für den Moment, ab dem deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Aus der Opposition kam bereits Kritik, Lucha wolle von Versäumnissen zum Beispiel bei Senioren ablenken. Hausärzte wiederum fürchten, dass Impfchaos in ihre Praxen verlagert wird.

(dpa/lsw)

Tübingen will Modellprojekt verlängern

10:25
14.04.2021
Tübingen will den Modellversuch für mehr Öffnungen in Corona-Zeiten infolge zahlreicher Tests verlängern. Die Stadt schlägt ein klares Abbruchkriterium vor: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt drei Tage über 125 steigt, soll das Modell beendet werden und die Bundesnotbremse greifen, heißt es in einem von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) unterzeichneten Antrag. Dass die Zahl höher als die bundesweit gültige 100er-Marke liegt, wird mit den zahlreichen Tests in der Universitätsstadt begründet. Die «Ausleuchtung des Dunkelfelds» entspreche einer Erhöhung der gemessenen Inzidenz um 25 Prozent.

Der Modellversuch wurde zuletzt bis zum 18. April verlängert. Entscheiden darüber muss die Landesregierung. Das Sozialministerium tendiert nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch wegen der wichtigen Erkenntnisse und Erfahrungen, die aus dem Öffnungskonzept gezogen werden sollen, dazu, es zunächst weiter laufen zu lassen - wenn die Inzidenzlage vor Ort stabil bleibe. «Spätestens aber, wenn das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes offiziell in Kraft ist und die Inzidenz in Tübingen bis dahin nicht entsprechend gesunken ist, werden wir das Projekt abbrechen müssen.» Zuerst hatte der «Reutlinger General-Anzeiger» (Mittwoch) über den Antrag berichtet.

Tübingen hatte mit dem Corona-Modellprojekt «Öffnen mit Sicherheit» bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Seit dem 16. März können sich Menschen in Tübingen an mehreren Stationen kostenlos testen lassen - mit den Bescheinigung der Ergebnisse, den Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Die Stadt sah den Erfolg des Versuchs allerdings durch eine wachsende Zahl an Tagesgästen zunehmend gefährdet und Kritik wurde laut.

Auch im Fall einer Verlängerung soll die Ausgabe von Tagestickets auf Bewohner und Arbeitnehmer im Landkreis Tübingen beschränkt bleiben, heißt es in dem Antrag. In einem Zwischenbericht zieht die Stadt ein positives Zwischenfazit des Modellversuchs. «Die einzige wesentliche Lücke betrifft die Kontaktverfolgung, die rein manuell erfolgt.»

Das Infektionsgeschehen ist nach Angaben der Stadt unter Kontrolle. Vom 18. März bis zum 1. April seien die Infektionszahlen in Tübingen zwar stark angestiegen, die Inzidenz kurzzeitig über 100. «Nach den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung gibt es aber keinen Hinweis, dass Infektionen, die durch Öffnungen im Rahmen des Modellversuchs entstanden sind, dafür die Ursache waren», hieß es. Palmer betonte, dass seit Anfang April die Zahlen wieder sinken.

(dpa/lsw)

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