Letztes Update:
20210414121032

Handelsverband: Testangebotspflicht für Unternehmen überflüssig

03:54
14.04.2021
Aus Sicht des Handelsverbands haben Unternehmen auch ohne die vom Kabinett beschlossene gesetzliche Verpflichtung ihren Mitarbeitern Corona-Tests angeboten. «Dass die Bundesregierung den Unternehmen verpflichtend vorschreiben möchte, dass sie ihren Beschäftigten Testangebote machen, ist überflüssig, denn die Wirtschaft ist bereits mit ihrer sehr erfolgreichen Selbstverpflichtung vorangegangen», sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). «Wer eine solche Testangebotspflicht erlässt, muss dann auch sicherstellen, dass ausreichend Tests auf dem Markt verfügbar sind», kritisierte Genth.

Das Bundeskabinett hatte am Dienstag eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsschutz beschlossen. Die Regel gilt für alle Beschäftigten, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten können. Die Verordnung soll in der kommenden Woche in Kraft treten.

Kritik hatte es vor allem aus vielen Bereichen der Wirtschaft gegeben, etwa vom Verband der Automobilindustrie (VDA), dem Deutschen Mittelstands-Bund oder der Chemieindustrie. Lob kam vor allem von den Gewerkschaften, aber auch der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hatte die Pflicht als handhabbar bezeichnet.

(dpa)

Kassenärzte: «Impfkampagne gerät massiv ins Stocken»

03:54
14.04.2021
Die niedergelassenen Ärzte kritisieren eine Benachteiligung gegenüber Impfzentren in der Corona-Impfkampagne. «Den Praxen werden in den kommenden Wochen viel weniger Biontech-Dosen zugewiesen als versprochen, weil der Impfstoff offensichtlich vorrangig an die Impfzentren geht», sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch). «Die Zuteilung für die Hausärzte wurde halbiert. Daher wächst bei den niedergelassenen Ärzten die Sorge, dass sie in den kommenden Wochen eher weniger als mehr am Impfgeschehen teilhaben können.»

Zwar erhalten die Arztpraxen den Angaben zufolge als Ausgleich für Biontech-Kürzungen mehr Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs. «Aber das wird so nicht aufgehen», warnte Gassen. «Wenn die Impfzentren komplett den vergleichsweise unproblematischen Impfstoff erhalten, die Praxen aber den umstrittenen, der zumal den unter 60-Jährigen nicht gespritzt werden darf, wird die Impfkampagne massiv ins Stocken geraten. Das darf nicht passieren!»

Wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Zuteilungsstrategie nicht wieder ändere, gerate die Herdenimmunität in weite Ferne, so der KBV-Chef. Die Lieferreduzierungen in dieser und der kommenden Woche ließen «das Schlimmste befürchten». Dabei könnten die Praxen bis zu fünf Millionen Menschen pro Woche impfen. «Rund 75.000 Arztpraxen stehen dafür bereit. Erhalten die Praxen genug Impfstoff, könnten wir schon im Juni die Herdenimmunität erreicht haben.»

(dpa)

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