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20210414121032

Bundesregierung will bundesweite Corona-Notbremse ziehen

17:07
12.04.2021
Das Bundeskabinett will am Dienstag bundesweit einheitliche Einschränkungen beschließen, um die immer stärkere dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Dazu soll voraussichtlich das Infektionsschutzgesetz geändert werden. In einem neuen Paragrafen 28b soll festgelegt werden, was zu tun ist, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über 100 liegt, also binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100 000 Einwohner kommen.

In den vorausgehenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern war für diesen Fall vorgesehen worden, dass der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung von 21 bis 5 Uhr bis auf Ausnahmen untersagt wird. Zuvor war stundenlang unter Hochdruck über die Regelungen verhandelt worden. Mehrere Beteiligte gingen davon aus, dass es nach stundenlangen Verhandlungen am Montag ein Einvernehmen geben würde, das eine Verabschiedung in der Ministerrunde am Dienstag möglich macht. Möglichst in einem beschleunigten Verfahren sollten die Regeln dann vom Bundestag beschlossen werden und den Bundesrat passieren.

Neben der Novelle des Infektionsschutzgesetzes sollte dem Kabinett auch eine geänderte Arbeitsschutzverordnung mit einer Pflicht für Testangebote in Unternehmen vorgelegt werden. Der Entwurf der Verordnung sieht vor, dass die Unternehmen verpflichtend und in der Regel einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen.

Die überarbeiteten Lockdown- und Testregeln sollen die Zahl der Infizierten, Covid-19-Kranken und Todesfälle so gering wie möglich halten, bis durch fortschreitende Impfungen ein Rückgang des allgemeinen Infektionsgeschehens erreicht ist.

Am Montag war die Inzidenz bundesweit auf 136,4 gestiegen - den höchsten Wert seit zwölf Wochen. Bundesweit lag sie in 305 Kreisen über 100 und in 24 davon sogar über 250. Der 7-Tage-R-Wert, der die Zahl der Ansteckungen durch eine oder einen Infizierten anzeigt, stieg auf 1,08.

Zudem lagen zuletzt 4662 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. 382 Menschen wurden binnen einem Tag neu aufgenommen, unterm Strich stieg die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten um 77. Mehr als 78 400 Menschen sind inzwischen in Deutschland an oder mit Covid-19 gestorben.

(dpa)

Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt auf fast 144

16:30
12.04.2021
In Baden-Württemberg hat das Corona-Infektionsgeschehen weiter angezogen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 143,7, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand 16.00 Uhr) mitteilte. Am Sonntag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen 7 Tagen 139,5 betragen. Am Samstag lag die Inzidenz bei 134, am Freitag bei 120,2 und am Donnerstag bei 109,3.

Die Zahl der bestätigten Fälle stieg um 1125 auf jetzt 389 433. An oder mit dem Coronavirus starben 19 weitere Menschen, insgesamt sind es 8946 Tote. Als genesen gelten 346 855 Menschen (plus 1379).

Laut Daten des Divi-Intensivregisters (Stand Montag 16.00 Uhr) sind 486 an Covid-19 erkrankte Menschen in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 284 invasiv beatmet. Von 2405 Intensivbetten seien derzeit 2098 belegt (87,2 Prozent).

Die Schwelle der 100er-Inzidenz überschreiten nach wie vor 39 der 44 Stadt- und Landkreise. Die höchsten Werte haben der Stadtkreis Heilbronn (286,7) und der Landkreis Schwäbisch Hall (271,4). Am niedrigsten ist er in Heidelberg mit 61,9.

(dpa)

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