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Johnson & Johnson startet Lieferung von Corona-Impfstoff in EU

11:59
12.04.2021
Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson können nun auch in der Europäischen Union starten. Der Hersteller begann am Montag mit der Lieferung an die EU-Staaten, wie das Unternehmen und die EU-Kommission bestätigten. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

Die Besonderheit: Das Vakzin muss nur einmal gespritzt werden, statt wie die übrigen drei zugelassenen Corona-Impfstoffe zweimal. Deshalb setzen Deutschland und andere Staaten große Hoffnungen darauf, dass die Impfkampagne damit beschleunigt wird. Die belgische Impf-Taskforce bestätigte der Nachrichtenagentur Belga, dass bereits für Montag 36 000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet würden.

Der von der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Impfstoff ist der vierte, der in der EU zugelassen wurde. Eine Unternehmenssprecherin erklärte in Neuss, die am Montag gestarteten Lieferungen seien der erste Schritt, «um die Verpflichtung des Unternehmens zur Lieferung von 200 Millionen Dosen an die Europäische Union sowie nach Norwegen und Island im Jahr 2021 zu erfüllen».

In den USA wird das Vakzin schon länger eingesetzt. Vorige Woche hatte die EU-Arzneimittelagentur EMA mitgeteilt, dass sie Fälle von Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff Johnson & Johnson prüfe. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die EMA betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

(dpa)

Landesseniorenrat hofft auf "Normalität" in Heimen durchs Impfen

11:56
12.04.2021
Die Debatte um das gemeinsame Essen geimpfter Bewohner im Seniorenzentrum Mühlehof in Steinen (Kreis Lörrach) in Corona-Zeiten hat aus Sicht des Landesseniorenrats Relevanz für ganz Baden-Württemberg. «Die Frage ist, wann erreichen wir wieder Normalität in Pflegeheimen und beim betreuten Wohnen», sagte der Vorsitzende Eckart Hammer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Der Unterschied sei wichtig, weil die Menschen im betreuten Wohnen - wie im Fall Mühlehof - als einzelne Haushalte gelten. Bewohner eines Pflegeheims hingegen seien eine Hausgemeinschaft, erläuterte Hammer. Gerade hier verbrächten viele nur noch ein bis zwei Jahre vor ihrem Tod. Daher sei es wichtig, sie am sozialen Leben teilhaben zu lassen.

Der Mühlehof möchte seine Cafeteria wieder öffnen, damit die Senioren zusammen essen können. Dafür war der Anwalt bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim hat einen Vergleichsvorschlag vorgelegt und grünes Licht für die Öffnung gegeben. Das Landratsamt Lörrach wollte sich zunächst mit dem Sozialministerium abstimmen. Laut Vorgabe des Gerichts vom vergangenen Freitag muss das Land sich bis Montag, 24.00 Uhr, äußern.

An der Entscheidung könnten sich auch andere Einrichtungen orientieren, sagte Hammer. Gerade in den Pflegeheimen seien im Schnitt 80 bis 90 Prozent der Bewohner gegen Corona geimpft.

(dpa)

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