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Brasilianischer Choreograph Ivo nach Corona-Infektion gestorben

12:33
09.04.2021
Der Choreograph und Mitbegründer des Wiener ImPulsTanz-Festivals, Ismael Ivo, ist tot. Der 66-Jährige sei in seiner Heimat Brasilien an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte ImpulsTanz in Wien am Freitag mit und berief sich dabei auf Ivos Management.

Ivo war demnach bis zuletzt in das jährlich stattfindende internationale Tanzfestival in Wien involviert gewesen und hätte dafür auch diesen Sommer in die österreichische Hauptstadt kommen sollen. Das Vienna International Dance Festival soll in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen vom 15. Juli bis 15. August stattfinden.

Ivo wuchs in São Paulo in einfachen Verhältnissen auf und interessierte sich bereits in seiner Jugend für Tanz und Choreographie. Mitte der 1980er Jahre zog er zunächst in die USA und später nach Europa, um seine internationale Karriere voranzutreiben.

Ende der 1990er arbeitete er als leitender Choreograph am Deutschen Nationaltheater Weimar, von 2005 bis 2012 war Ivo Direktor der Sparte Tanz der Biennale in Venedig. Er arbeitete auch mit der deutschen Choreographin und Ballettdirektorin Pina Bausch, dem amerikanischen Choreographen William Forsythe und der serbischen Performerin Marina Abramović zusammen.

Nach drei Jahrzehnten im Ausland war er 2017 nach Brasilien zurückgekehrt, um das Ballett von São Paulo zu leiten. Im Juni vergangenen Jahres hatte er zwei Schlaganfälle erlitten, von denen er sich allerdings gut erholte.

(dpa)

Türkei und Kroatien als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft

12:29
09.04.2021
Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei und Kroatien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiete mit leicht verschärften Einreiseregeln ein. Das gilt auch für die Ukraine und Armenien, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag im Internet bekanntgab. Praktische Auswirkungen hat das nur für Reisende, die aus diesen Ländern auf dem Landweg nach Deutschland kommen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mit sich führen. Flugreisende müssen sich ohnehin generell vor Abflug testen lassen.

Mit Malta, Lettland und der Slowakei werden drei EU-Länder am Sonntag wieder von der Liste der Hochinzidenzgebiete gestrichen und als «normale» Risikogebiete eingestuft. Besonders für Reisende aus der Slowakei dürfte das eine Erleichterung bedeuten, weil von dort viele Menschen auf dem Landweg nach Deutschland kommen.

Israel wird am Sonntag ganz von der Risikoliste des RKI gestrichen, womit auch die Quarantänepflicht wegfällt. Auch das hat für Reisende aus Deutschland aber nur geringe Auswirkungen, weil Israel ein weitgehendes Einreiseverbot verhängt hat, für das es nur wenige Ausnahmen gibt.

Als Hochinzidenzgebiet werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über einen gewissen Zeitraum über 200 liegt. Inzwischen ist das bei mehr als 40 Ländern weltweit der Fall, darunter mit Frankreich den Niederlanden, Tschechien und Polen auch vier Nachbarländer Deutschlands.

Der wesentliche Unterschied zu den «normalen» Risikogebieten, der niedrigsten Corona-Risikostufe, ist die generelle Testpflicht bei der Einreise. Die Quarantäneregeln verändern sich dagegen nicht: Alle Einreisenden aus Risiko- oder Hochinzidenzgebiet müssen sich für zehn Tage selbst isolieren, können sich aber nach fünf Tagen durch einen zweiten Test von der Quarantäne befreien.

Die Corona-Neuinfektionen in der Türkei sind in der laufenden Woche auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Besonders hoch sind sie in der Millionenmetropole Istanbul hoch, wo zuletzt fast 600 Fällen pro 100 000 Einwohner in einer Woche gemeldet wurden.

Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern hatte Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der kommende Woche beginnt, sollen weitere Maßnahmen greifen. Cafés und Restaurants, die zurzeit geöffnet sind, müssen dann etwa auf Paketservice umstellen.

Israel wird von der Risikoliste gestrichen, weil dort die Infektionszahlen unter 50 pro 100 000 Einwohner in einer Woche gesunken sind. Das liegt vor allem an der rasant voranschreitenden Impfkampagne: 53 Prozent der Israelis sind bereits vollständig geimpft. Viele Krankenhäuser haben ihre Corona-Intensivstationen bereits geschlossen und seit Februar hat Israel zahlreiche Lockerungen umgesetzt, vor allem Geimpfte und Genesene genießen neue Freiheiten.

Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte am Donnerstag, im kommenden Monat sei eine vollständige Öffnung zu erwarten, falls die Zahlen nicht wieder ansteigen. Ob dies auch bedeutet, dass dann wieder mit Einreisegenehmigungen für Touristen zu rechnen ist, war zunächst unklar.

Die Palästinensischen Gebiete werden von der Bundesregierung dagegen weiterhin als Hochinzidenzgebiet geführt. Die Impfkampagne ist dort deutlich langsamer angelaufen. Mehrere Menschenrechtsgruppen haben Israel als Besatzungsmacht vorgeworfen, nicht genug für die Impfung von im Westjordanland und im Gazastreifen lebenden Palästinensern zu tun. Israel betonte, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) laut Abkommen selbst für Gesundheitsfragen zuständig sei.

Kleine Änderungen auf der Risikoliste des RKI gibt es ab Sonntag noch für Spanien und Finnland. In Spanien wird die Extremadura wieder als Risikogebiet eingestuft. In Finnland wird eine Region von der Risikoliste gestrichen und eine kommt neu hinzu.

(dpa)

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