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Gewerkschaften bezeichnen Testpflicht an Schulen als «ersten Schritt»

11:52
08.04.2021
Die angekündigten Schritte zur Testpflicht für Schüler in stark virusbelasteten Regionen werden von den Gewerkschaften weitgehend begrüßt. Es gebe aber nach wie vor Fragen, die auch die jüngste Handreichung des Kultusministeriums nicht beantworte, sagte ein Verdi-Sprecher am Donnerstag. «Grundsätzlich geht das aber in die richtige Richtung», ergänzte er. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief die Schulleitungen und Lehrkräfte auf, die Woche nach den Osterferien zu nutzen, um die nötigen Vorbereitungen für die neue Teststrategie zu treffen.

Dagegen äußerte die Vereinigung von Schulleiterinnen und Schulleitern starke Zweifel am Konzept. «Es fehlt an Vorlagen, der Dokumentationsaufwand wird immens und es wird kaum möglich sein, das Ganze organisatorisch in den Ferien zu stemmen», warnte deren Vorsitzender Werner Weber, Rektor einer Schule in Heidenheim. «Das ist mit ganz heißer Nadel gestrickt und lässt sich in den Ferien nicht umsetzen», sagte er der dpa. Zudem müssten Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte täglich und nicht nur zwei Mal wöchentlich getestet werden, wenn der Schutzgedanke ernst genommen werden soll.

Das Kultusministerium hatte am Mittwoch in einem Schreiben an die Schulen festgelegt, dass sich Schüler und Lehrer im Südwesten in Regionen mit hohen Infektionszahlen testen lassen müssen, um am Präsenzunterricht teilzunehmen. Wer in der Woche ab 12. April in die Schulen zurückkehrt, kann sich noch freiwillig testen lassen, wie das Kultusministerium in der Handreichung schreibt. Vom 19. April an gilt dann eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Das Ministerium spricht von einer «indirekten Testpflicht».

(dpa/lsw)

Bürgermeister aus Südbaden fordern Impf-Priorität für Grenzregion

11:51
08.04.2021
Rathauschefs aus Südbaden fordern eine Impf-Priorisierung für ihre an Frankreich und die Schweiz grenzende Region. Die enge Verflechtung mit den Nachbarn sorge für einen ständigen und regen Austausch. Auch seien Grenzpendler von großer Bedeutung für die Wirtschaft, sagte Volker Kieber (parteilos), der Bürgermeister von Bad Krozingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), in einer Mitteilung vom Donnerstag.

«Deshalb appellieren wir an die Landesregierung, ihre Impfstrategie angesichts der Ausweisung Frankreichs als Hochinzidenzgebiet rasch zu überdenken und das Instrument der Ringimpfung auch hier bei uns zu nutzen», hieß es in einem Schreiben von Kieber und 16 weiteren Oberbürgermeistern und Bürgermeistern an Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Die Rathauschefs verweisen auf die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder vom 3. März, wonach in Grenzregionen eine sogenannte Ringimpfung zum Schutz der Menschen im Landesinneren möglich sein soll. Dazu sollten die Impfkontingente der Länder prioritär genutzt werden. Eine solche Praxis der regionalen Priorisierung, wie es sie bereits im Saarland oder in Bayern gebe, wolle man auch, so Kieber.

(dpa/lsw)

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