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Corona-Rekord in Indien: Knapp 127.000 Fälle an einem Tag

08:20
08.04.2021
Indien hat wieder einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Innerhalb eines Tages seien 126 789 neue Infektionen erfasst worden, wie das indische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach wurden auch 685 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. In absoluten Zahlen ist Indien das am drittmeisten von Corona betroffene Land - nach Brasilien und den USA.

Trotzdem leben viele so, als gebe es kein Corona mehr. Sie feiern große hinduistische Feste und besuchen Regionalwahlveranstaltungen, bei denen viele Leute ohne Masken und Abstand zusammenkommen. Auch ansteckendere Virusmutanten dürften bei der Virus-Ausbreitung eine Rolle spielen.

Indien stellt Impfstoffe in Massenproduktion her - und bislang wurden nach offiziellen Angaben mehr als 90 Millionen Dosen verimpft. Aber in der größten Demokratie der Welt leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Der Gesundheitsminister des besonders betroffenen und reichsten Bundesstaates Maharashtra hatte kürzlich gewarnt, dass dort bald der Impfstoff ausgehe. Aber vom indischen Gesundheitsminister Harsh Vardhan hieß es dazu, dass solche Aussagen leichtsinnig seien und Panik verbreiteten.

Angesichts der raschen Virus-Verbreitung in Indien will Neuseeland vorübergehend alle Einreisen aus dem Land verbieten. Es ist das erste Mal, dass Neuseeländerinnen und Neuseeländer nicht mehr in ihr eigenes Land dürfen. Ausländerinnen und Ausländern dürfen schon seit einem Jahr nicht mehr einreisen.

(dpa)

Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in der Türkei

07:53
08.04.2021
Die Corona-Neuinfektionen in der Türkei sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 54 740 Neuinfektionen an einem Tag und 276 Todesfällen in 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100 000 Einwohner in einer Woche.

Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern hatte Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der kommende Woche beginnt, sollen weitere Maßnahmen greifen. Cafés und Restaurants, die zurzeit geöffnet sind, müssen dann etwa auf Paketservice umstellen.

Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) warf der türkischen Regierung auf Twitter eine falsche Politik in der Pandemie vor. Die türkische Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan war unter anderem wegen dem Abhalten von Großveranstaltungen trotz steigender Fallzahlen in die Kritik geraten. TTB-Vorsitzende Sebnem Korur Fincanci hatte zudem bereits vergangene Woche vor Platzmangel in Krankenhäusern gewarnt.

(dpa)

Spahn: Mit härterem Lockdown dritte Corona-Welle brechen

07:50
08.04.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen härteren Lockdown gefordert, um die dritte Corona-Welle zu brechen. Erst wenn die Inzidenzzahlen wieder niedriger seien, könne man mit Testen und Impfen aus der Pandemie herauskommen, sagte er am Donnerstag im WDR5-«Morgenecho». Vor allem die privaten Kontakte müssten zunächst weiter reduziert werden.

In Regionen mit einer Wocheninzidenz von über 100 müsse man zu Ausgangsbeschränkungen kommen. «Ausgangsbeschränkungen haben ja vor allem ein Ziel: Dass abends nicht alle privat sich treffen, so schwer das fällt», sagte Spahn. «Gerade die privaten Kontakte - nicht nur, aber auch am Abend - führen eben zu Infektionen.»

Der zweite wichtige Bereich seien Schulen und Kitas. Es sei wichtig, «in den Schulen sehr konsequent mindestens zweimal die Woche zu testen», sagte Spahn. «Man hätte jetzt aus meiner Sicht die Ostertage gut nutzen können, jetzt in der Verlängerung Schulen und Kitas in Notbetreuung zu bringen.» Außerdem müsse auch in Betrieben, in denen kein Homeoffice möglich sei, «mindestens zweimal die Woche ein Testangebot her».

Erst wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stabil unter 100 liege, könnten einzelne Bereiche - etwa die Außengastronomie oder der Einzelhandel - testgestützt öffnen.

«Idealerweise» solle es ein bundeseinheitliches Vorgehen geben. «Da ist es wichtig, dass wir erstmal zu einem einheitlichen Verständnis der Lage kommen.» Es sei in den vergangenen Monaten immer wieder ein Problem gewesen, «dass Bund und Länder sich einigen auf etwas, und schon wenige Tage später es eben nicht mehr bundeseinheitlich umgestzt wird, sondern es Ausnahmen und andere Regeln gibt».

(dpa)

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