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RKI registriert 6885 Corona-Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle

03:14
06.04.2021
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6885 Corona-Neuinfektionen gemeldet. 

Berlin - Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 90 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9549 Neuinfektionen und 180 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.
 Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 123,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 128,0 an, vor drei Wochen mit 83,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 900 768 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 2 597 100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77 103.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Impfstart in vielen Praxen - Wie läuft eine Impfung beim Hausarzt ab?

03:00
06.04.2021
Die ersten Hausärzte in Bayern impfen schon gegen das Coronavirus. Doch weil der Impfstoff noch immer knapp ist, können die meisten Praxen erst jetzt loslegen.

München - Impfen, impfen, impfen: Das sei die einzige Lösung im Kampf gegen die Pandemie, betonen Politiker und Ärzte immer wieder. Nach dem Impfstart vergangene Woche in einigen Praxen sollen Hausärzte in Bayern nun flächendeckend Spritzen gegen das Coronavirus verabreichen. Die Antworten auf drängende Fragen:

Welche Ärzte impfen in Bayern gegen das Coronavirus?
Einzelne Ärzte wie im Landkreis Hof impfen schon seit einiger Zeit gegen das Coronavirus, der landesweite Impfstart begann vergangene Woche in 1635 Praxen. Nach Ostern sollen nun immer mehr Hausärzte mit eingebunden werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) rechnet ab dem 7. April mit einem Impfstart in rund 8500 Praxen.

Grundsätzlich können alle niedergelassenen Ärzte, Fachärzte und ärztliche Psychotherapeuten in Bayern den Impfstoff bestellen, erklärte eine Sprecherin des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV). Die Bestellung erfolge nach Bedarf bei den Apotheken. Anfangs stünden den Praxen im Schnitt aber nur zwischen 18 bis 48 Impfdosen pro Woche zur Verfügung.

Wer wird jetzt vom Hausarzt geimpft?
Weil es noch viel zu wenig Impfstoff gibt, sollen zunächst Patienten aus den Risikogruppen einen Termin bekommen. Die Hausärzte sollen sich an der bundesweiten Impfverordnung orientieren. Demnach werden zuerst ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen und einzelne Berufsgruppen geimpft.

Die Politik sicherte den Ärzten aber schon mehr Flexibilität zu. Sie könnten beispielsweise chronisch Kranke schneller impfen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte wiederholt betont, dass er den Ärzten bei der Priorisierung vertraue.

Welchen Impfstoff verabreichen die Hausärzte?
Für den Impfstart vor Ostern standen den Praxen rund 33 600 Dosen von Astrazeneca zur Verfügung, teilten die Verbände mit. Das Präparat soll einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission und eines Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz zufolge im Wesentlichen nur noch Menschen über 60 Jahren verabreicht werden.

Nun sollen die Praxen in Bayern aber ohnehin mit dem Impfstoff von Biontech beliefert werden - auch jüngere Risikopatienten können also ohne Probleme beim Hausarzt gegen Corona geimpft werden.

Wie bekommen Patienten einen Impftermin beim Hausarzt?
Die Hausärzte melden sich bei ihren Patienten, um einen Termin zu vereinbaren. „In der Anfangsphase mit noch wenig Impfstoff sollten Patienten davon absehen, in ihrer Hausarztpraxis anzurufen, um nicht die Leitungen zu blockieren und die Abläufe in den Praxen zu verzögern“, bat die BHÄV-Sprecherin.

Eine Anmeldung bei dem Online-Portal „BayIMCO“ sei für einen Impftermin in der Praxis nicht notwendig. Die Ärzte hätten auch gar keinen Zugriff auf das Portal. Wer vom Hausarzt geimpft worden sei, soll seine Anmeldung anschließend selbst löschen.

Welche Vorteile hat eine Impfung beim Hausarzt?
In den Impfzentren soll weiter geimpft werden, die Impfung beim Hausarzt hat aber einige Vorteile. Die Ärzte sind erfahren beim Impfen, kennen ihre Patienten gut und erfassen anders als Impfzentren auch chronisch Kranke. Außerdem können Hausärzte die Patienten nach der Impfung besser begleiten und gegebenenfalls Anzeichen erkennen.

„Hausärzte genießen auch das Vertrauen ihrer Patienten und können eventuell bestehende Verunsicherungen am besten ausräumen“, meinte die Sprecherin des Bayerischen Hausärzteverbands. „Und sie können die Impfung auch zu den Menschen bringen, die mobilitätseingeschränkt sind und nicht ins Impfzentrum kommen können.“

Müssen Patienten wegen der Impfungen nun länger beim Hausarzt warten?
Jede Praxis könne selbst entscheiden, ob sie für die Impfungen zusätzliche Sprechzeiten anbiete oder parallel zum laufenden Betrieb impfe, sagte der KVB-Sprecher. Ob Patienten mehr Geduld im Wartezimmer brauchen, lasse sich deshalb nicht pauschal beantworten.

Viele Hausärzte hätten aber schon angekündigt, für die Impfungen extra Sprechstunden mittags oder abends anzubieten, teilte die BHÄV-Sprecherin mit. In der Regel dürfte es deshalb zu keinen zusätzlichen Wartezeiten in den Praxen kommen.