Mit der neuen App sei die Kontaktverfolgung viel leichter, sagen CSU-Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Kulmbach. Sie fordern in einem offenen Brief eine Kampagne zum Einsatz der App.
„Die Berichterstattung über Rostock (777 Fans im Stadion) hat uns veranlasst zu überlegen, ob nicht sowohl die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kulmbach als auch die der Landkreisgemeinden eine Luca-App nutzen sollten“, schreibt der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion im Namen zahlreicher Unions-Politiker aus dem Landkreis Kulmbach. eine breite unterstützende Kampagne soll es werden, die den Kampf gegen Corona gewinnen helfen soll. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) und Landrat Klaus Peter Söllner erläutern die CSU-Vertreter ihre Vorschläge.
Die Verfasser schildern die Lage in Rostock. Dort liegt die Inzidenz bei etwas über 20. Der Oberbürgermeister wirbt für den Einsatz der neuen App. Sie helfe, betont der Rostocker Rathauschef. „Kulmbach befindet sich leider zur Zeit am anderen Ende der Inzidenzskala. Wir alle hoffen, dass sich dieser Zustand absehbar ändert und wir wissen, dass sowohl die politisch Verantwortlichen als auch die vielen Mitarbeiter der betroffenen Behörden und erst Recht die vielen ehrenamtlichen Helfer ihr möglichstes tun, absehbar niedrige Werte zu erreichen“, heißt es weiter.
Unter anderem der Einzelhandel, die Gastronomie und die Kunstschaffenden in Kulmbach seien von den Schließungen besonders hart betroffen. „Wir alle können nur hoffen, dass möglichst bald wieder Kunden deren Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.“ Das könne allerdings noch dauern.
„Natürlich wissen wir, dass niedrige Inzidenzwerte auch zufällig entstehen können, allerdings meinen wir auch, dass nichts unversucht bleiben darf, um in unserer Stadt und in den Gemeinden des Kulmbacher Landes wieder ein einigermaßen geselliges Leben zu ermöglichen.“ Alle konstruktiven Vorschläge seien deshalb im Sinne von ‚Gestalten statt Verwalten’ zu prüfen und gegebenenfalls sehr schnell umzusetzen. „Geduld wäre hier ein schlechter Ratgeber – das Virus agiert zu schnell, flexibel und aggressiv.“
Deswegen bitten die Verfasser, möglichst schnell eine Kampagne für die luca-App auch in Kulmbach zu starten. Die App sei kostenlos verfügbar und ermögliche eine schnelle, lückenlose und zeitsparende Kontaktnachverfolgung, ohne dass in den Geschäften Listen geführt werden müssten. Durch den lokalen Bezug auf Kulmbach werde eine höhere Identifikation erreicht. Natürlich könne die Nutzung der Luca- App nur auf freiwilliger Basis erfolgen, dafür müsse man werben. „Die Kampagne muss bewusst machen, dass wir durch den Gebrauch alle dazu beitragen können, langfristig weiter Lockdowns zu verhindern.“ Die Schreiber zitieren den Rostocker OB Claus Ruhe: „Mit der App auf dem Smartphone sind wir alle Gesundheitsamt!“ Der Aufruf an den Kulmbacher OB und den Landrat: „Bitte gebt auch ihr als politische Köpfe der App die notwendige Durchschlagskraft.“
Unterzeichnet haben den Brief die Stadt- und Kreisräte Dr. Michael Pfitzner, Frank Wilzok und Jörg Kunstmann, die Bürgermeister von Himmelkron und Thurnau, Gerhard Schneider und Martin Bernreuther. Angeschlossen haben sich alle CSU-Bürgermeister: Doris Leithner-Bisani, Marc Benker, , Alexander Wunderlich, Robert Bosch, Norbert Groß, Herwig Neumann, Christian Ruppert, Philip Laaber, Franz Uome, Harald Hübner sowie Andreas Pöhner.