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RKI meldet 17 504 Neuinfektionen - Inzidenz nun bei 90

09:34
18.03.2021
Sowohl die Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages als auch die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz haben am Donnerstag einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Berlin - Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner hat erneut einen großen Sprung nach oben gemacht: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bundesweit bei 90 - und damit erneut deutlich höher als am Vortag (86,2). Vor einer Woche (11.03.) hatte sie noch bei 69,1 gelegen. Einen Wert von 90 hatte es zuletzt am 2. Februar gegeben. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Seither geht es mit dem Wert wieder merklich aufwärts.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.504 Corona-Neuinfektionen - gut 3000 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 227 weitere Todesfälle verzeichnet. Das Infektionsgeschehen schlägt sich stets verzögert in den Todeszahlen nieder, weil zwischen Nachweis der Infektion und dem Tod häufig mehrere Wochen liegen. Die Daten geben den Stand von 09.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 14 356 Neuinfektionen und 321 neue Todesfälle verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 612 268 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74 132.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,06 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Im Corona-Semester: Kaum Vorlesungen an Unis ausgefallen

08:54
18.03.2021
Erstsemester ohne Partys, weniger Studentenjobs: Corona macht auch das Leben an den Hochschulen nicht leichter. Vorlesungen und Prüfungen dagegen sind kaum ausgefallen - aber es gibt Ausnahmen.

Gütersloh - Die Corona-Pandemie betrifft auch den Alltag von Studierenden - den Vorlesungs- und Prüfungsbetrieb an Hochschulen hat sie allerdings kaum beeinträchtigt.

Das ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 27.000 Studentinnen und Studenten sowie 665 Hochschullehrern durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Demnach fiel nur knapp ein Prozent der geplanten Vorlesungen aus. Wie das CHE am Donnerstag weiter mitteilte, konnten durch die Umstellung auf digitale Formate auch Seminare, Übungen und Tutorien von fast allen Lehrenden wie geplant angeboten werden.

Studienautor Marc Hüsch räumt aber ein, dass der geringe Ausfall von nur einem Prozent statistisch eingeordnet werden muss. "Eine Informatik-Vorlesung lässt sich beispielsweise problemlos Corona-konform digital durchführen. Naturwissenschaften mit verpflichtenden Laborpraktika oder Exkursionen stellte die aktuelle Situation vor ganz andere Herausforderungen", sagt Hüsch.

So mussten 43 Prozent der befragten Professoren aus den Fächern Geografie und Geowissenschaften Präsenzveranstaltungen wie Exkursionen im Wintersemester ersatzlos absagen. 31 Prozent der befragten Studierenden der Fächer Geografie, Geowissenschaften und Biologie bewerteten Geländepraktika und Exkursionen als "schlecht" oder "sehr schlecht". Über alle Fachbereiche hinweg boten 85 Prozent der Professoren ihre Veranstaltungen ausschließlich digital an.

Fächerübergreifend waren die Studierenden mit der Organisation an ihrer Uni mehrheitlich zufrieden. Drei von vier vergaben laut Mitteilung gute oder sehr gute Noten für die Möglichkeit, weiter Prüfungsleistungen zu erbringen oder angerechnet zu bekommen.

Für das Hochschulranking des CHE werden traditionell erst Studierende ab dem 3. Fachsemester befragt. So sind die Erfahrungen der Erstsemester nicht Teil der Erhebung.

Laut Umfrage wünschen sich nur 20 Prozent der Hochschullehrer eine Rückkehr zu reinen Präsenzveranstaltungen. Die große Mehrheit will, dass digitale Lehrelemente mit eingebunden werden und Präsenzveranstaltungen ergänzen. Nur zwei Prozent sprachen sich langfristig für ein reines Online-Modell aus.

Allerdings sehen Lernende und Lehrende hier noch technischen und didaktischen Unterstützungsbedarf. "Bei der fachspezifischen Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lernformate dürfen Lehrende nicht wieder auf sich allein gestellt sein, wenn der Alltag nach Corona wieder Einzug hält", sagt Hüsch. Digitale Infrastruktur und Hilfsleistungen müssten auf Basis der jetzt gemachten Erfahrungen ausgebaut werden.