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Söder und Kretschmer warnen vor übereilten Öffnungsschritten

11:43
01.03.2021
Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kampf gegen das Coronavirus haben die Ministerpräsidenten von Bayern und Sachsen eindringlich vor übereilten Öffnungsschritten gewarnt. Es dürfe keinen "Öffnungsrausch" geben und keinen "Blindflug in die dritte Weller hinein", die Politik dürfe nicht die Nerven verlieren, sagte Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) am Montag bei einer Online-Pressekonferenz mit seinem sächsischen Kollegen Michael Kretschmer (CDU).

Kretschmer mahnte ebenfalls, es könne nun nur um kleine Öffnungsschritte gehen. Söder und Kretschmer verwiesen auf die sich weiter ausbreitende Virusmutation. "Die Mutation übernimmt", sagte Söder und warnte: "Auf die derzeitige Inzidenz-Tabelle kann keiner ein festes Haus bauen."
   

Kretschmer betonte: "In dieser Zeit der steigenden Infektionen kann doch jetzt keine große Lockerung erfolgen. Es ist doch vollkommen klar, dass das das Falscheste ist." Es könne also jetzt nur um kleine Schritte gehen - und um eine Teststrategie, die Klarheit schaffe. "Aus dem System der pauschalen Kontaktvermeidung müssen wir kommen in ein System der sicheren Kontakte", sagte Kretschmer. Das gehe aber nur mit einem Schnelltestkonzept. Lockerungsschritte in der Kultur, im Sport, in der Wirtschaft, in der Bildung müsse man daran binden.

Söder warnte aber: "Schnelltests sind eine echte Hoffnungschance - aber Schnelltests sind wohl keine Schnellwaffe, die bereits ab nächster Woche umfangreich zur Verfügung steht." Er forderte den Bund deshalb dringend auf, bis Mittwoch etwas zu dem Thema vorzulegen. Am Mittwoch wollen sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu neuen Beratungen treffen.

Söder sagte mit Blick darauf: "Wir müssen die richtige Balance finden zwischen Vorsicht und Öffnen. Und wir dürfen auf keinen Fall die Nerven verlieren." Es brauche ein abgestimmtes, ausbalanciertes Öffnen mit Leitplanken und Sicherheitspuffer. "Wir sind nicht gegen Öffnungen, wir sind für ein ausbalanciertes Öffnungssystem." Dabei müsse es regionale Differenzierungen geben - aber auch eine einheitliche Philosophie und keinen "Wildwuchs" in Deutschland. Es werde auch darum gehen, Zeitachsen zu definieren, etwa bis Ostern. Entscheidend seien aber immer die Corona-Zahlen, nicht Zeitpunkte.

Söder bekräftigt Forderung nach neuem Corona-Impfkonzept

12:06
01.03.2021
Vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Forderung nach einer Änderung des Impfkonzepts bekräftigt. Spätestes im April, wenn mehr Impfstoff komme, müsse jede Dose verabreicht werden, "wo es nur geht", sagte Söder am Montag bei einer Online-Pressekonferenz mit seinem sächsischen Kollegen Michael Kretschmer (CDU).

München/Dresden - Vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Forderung nach einer Änderung des Impfkonzepts bekräftigt. Spätestes im April, wenn mehr Impfstoff komme, müsse jede Dose verabreicht werden, "wo es nur geht", sagte Söder am Montag bei einer Online-Pressekonferenz mit seinem sächsischen Kollegen Michael Kretschmer (CDU). Deshalb müsse man "das System verändern": Der Astrazeneca-Impfstoff solle neben den Impfzentren auch von Hausärzten, Betriebsärzten und Schulärzten verabreicht werden. Es brauche deshalb eine schnelle Änderung der Impfverordnung des Bundes.

   

Söder regte etwa auch an, ältere Schüler vor den Abiturprüfungen zu impfen - das würde dort "ein hohes Maß an Sicherheit" bringen. Und Kretschmer äußerte den Wunsch, der gesamten Bevölkerung über 18 Jahren in Hotspot-Regionen an der Grenze bald ein Impfangebot machen zu können. Neben den Kriterien der Ständigen Impfkommission müssten also weitere Kriterien dazukommen - auch darüber müsse man am Mittwoch reden.

Aus einer rechtlich fixierten Priorisierung könnte nach Worten Söders am Ende eine "Empfehlung" werden, die dann angewandt werde. "Nur so können wir den dramatischen Rückstand, den Deutschland beim Impfen hat, aufholen", sagte Söder. Hier müsse man besser werden.