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Angriff auf Pressevertreter bei Anti-Corona-Demo in Stuttgart

18:39
13.03.2021
Ein Fernsehteam des Südwestrundfunk (SWR) ist in Stuttgart nach dem Ende einer Demo gegen Corona-Maßnahmen am Samstag angegriffen worden. 

Stuttgart - Wie ein Sprecher der Polizei am Abend sagte, ist das Team mit einem Gegenstand beworfen worden. Verletzt worden sei niemand. Ein Sprecher des SWR bestätigte den Vorfall. Die Polizei habe den Angriff gesehen und sei auf den Mann zugegangen, so der Sprecher des SWR. Eine Anzeige des Teams sei deshalb nicht erfolgt. Inwiefern sich der Demo-Teilnehmer wegen des Angriffs verantworten muss, konnte der Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Das Fernsehteam sei zudem wiederholt verbal angegangen worden.

Auch andere Medienvertreter, die ihre Zelte zur Berichterstattung über die Landtagswahl vor dem Landtag aufgestellt hatten, seien von den Teilnehmern der Demo verbal angegriffen und in Sprechchören als „Lügenpresse“ bezeichnet worden, berichtete die Polizei.

Zuvor hatten sich in Stuttgart viele hundert Menschen unter dem Motto „Es reicht“ versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Aus Kreisen im Umfeld der Kundgebung war von bis zu 1500 Teilnehmern die Rede. Ein Polizeisprecher wollte lediglich eine Teilnehmerzahl von „weit über den ursprünglich angemeldeten 750 Teilnehmern“ bestätigen.

Nachdem der Veranstalter die Versammlung wegen des schlechten Wetters schon gegen 14 Uhr für beendet erklärt habe, hätten sich die Protestierenden in verschiedene Aufzüge geteilt und seien durch die Innenstadt gelaufen. Dabei kam es auch zu den Angriffen auf Pressevertreter.

Tausende Teilnehmer bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen

17:16
13.03.2021
In mehreren Städten haben am Samstag Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen stattgefunden - teilweise trotz gerichtlichem Verbot.

Berlin - In mehreren deutschen Städten haben am Samstag Menschen gegen die bestehenden Corona-Maßnahmen demonstriert. In München versammelten sich mehrere Tausend Menschen unter dem Motto „Ein Jahr Lockdown-Politik - es reicht“ in der Nähe des bayerischen Landtags.

Die Polizei musste eigenen Angaben zufolge die Demonstration am Nachmittag „wegen mehrerer nicht-eingehaltener Auflagen“ auflösen. So sei nicht nur die zugelassene Teilnehmerzahl überschritten worden. Vielfach seien die Maskenpflicht ignoriert und der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

In Düsseldorf demonstrierten am nordrhein-westfälischen Landtag nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen gegen Corona-Einschränkungen. Außerdem wurden mit einem Wohnmobil-Korso Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefordert. Mehr als 100 Wohnmobile kurvten dabei durch die Landeshauptstadt, wie die Polizei mitteilte.

Auch in Berlin gab es am Samstag Demonstrationen an verschiedenen Orten der Stadt. Außerdem waren zwei Auto-Korsos mit mehreren Hundert Fahrzeugen angemeldet. Nach Polizeiangaben trafen sich „in der Spitze rund 1000 Demonstranten“ vor dem Bundesgesundheitsministerium zu einer Kundgebung der Bewegung „Es reicht!“. Ein dpa-Reporter sprach von Hunderten Teilnehmern. „Die Demonstranten haben sich später verstreut und auf 400 verringert“, sagte eine Polizeisprecherin. Angemeldet waren nach Polizeiangaben 50 Menschen. Die Mehrheit der Demonstranten war mit Masken unterwegs - jedoch nicht alle. Ein Dutzend Gegendemonstranten riefen „Wir impfen euch alle“.

In Kiel nahmen bis zu 900 Teilnehmer an Protesten gegen die Corona-Auflagen teil. Zu einer Gegendemonstration kamen bis zu 200 Teilnehmer, wie die Polizei am Nachmittag berichtete. Am Zug der Corona-Maßnahmen-Kritiker waren auch rund 15 Traktoren beteiligt. In Hamburg nahmen an einer Demonstration der Gegner von Corona-Maßnahmen nach Angaben der Polizei etwa 200 Menschen teil. Weitere etwa 400 Beobachter und Unterstützer standen hinter den Absperrungen. Eine Gegendemonstration kam auf rund 100 Teilnehmer.

In Hannover kamen nach Angaben der Polizei knapp 800 Menschen zusammen, um gegen die Corona-Politik demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Bewegung „Es reicht“, die bundesweit in zahlreichen Städten Proteste organisiert hatte. Die Initiative kritisiert die Einschränkungen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie führen sollen. Zu einer Gegen-Demonstration unter dem Titel „Keine neue rechtsextreme Partei in Deutschland zulassen“ kamen der Polizei zufolge rund 40 Menschen.

Hunderte Menschen kamen auch in Stuttgart zusammen, um gegen ein Jahr Lockdown-Politik, Schulschließungen, Isolation und Pleiten zu demonstriert. Aus Kreisen im Umfeld der Kundgebung war von bis zu 1500 Teilnehmern die Rede. Ein Polizeisprecher wollte lediglich eine Zahl von „weit über den ursprünglich angemeldeten 750 Teilnehmern“ bestätigen. Nachdem der Veranstalter die Versammlung für beendet erklärt habe, hätten sich die Protestierenden in verschiedenen Aufzüge geteilt. Dabei kam es vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Ein Beamter sei von einer mitlaufenden Fußgängerin getreten worden, an anderer Stelle hätten Beamte Pfefferspray eingesetzt.

Mehrere Dutzend Menschen protestierten in Potsdam trotz einer abgesagten Demonstration gegen Corona-Beschränkungen. Der Veranstalter hatte die Aktion unter dem Motto „Es reicht“ nach Polizeiangaben zuvor abgesagt. Mehrere Gruppen von Menschen blieben aber vor Ort, einige riefen: „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“. In Magdeburg gab es einen Auto-Korso gegen die Corona-Maßnahmen mit rund 60 Fahrzeugen, wie die Polizei mitteilte. In Erfurt demonstrierten nach Polizeiangaben mehr als 500 Menschen gegen die Corona-Politik, in Cottbus versammelten sich laut Polizei rund 250 Menschen bei einer Kundgebung der AfD gegen die Corona-Politik der Bundesregierung.