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Auftragsboom weist Maschinenbauern Weg aus dem Corona-Tief

11:01
06.07.2021

Der Einbruch im Corona-Jahr war hart, doch inzwischen brummt die Auftragslage im bayerischen Maschinenbau wieder. Auch Jobverluste könnten bald ausgeglichen sein.

München (dpa/lby) - Die bayerischen Maschinen- und Anlagenbauer erleben nach der Corona-Flaute einen Auftragsboom. 71 Prozent der Unternehmen bewerten den aktuellen Auftragseingang als gut oder sehr gut, wie der Branchenverband VDMA Bayern am Dienstag mitteilte. Nur 5 Prozent beschreiben ihn als schlecht. Und immerhin 35 Prozent der befragten Unternehmen erwarten darüber hinaus noch eine zusätzliche Verbesserung in den kommenden 6 Monaten.

Die erwartete Erholung ist dringend nötig. 2020 war der Umsatz der Branche laut VDMA um 8,6 Prozent auf 49,7 Milliarden Euro eingebrochen, der Auftragseingang um 13 Prozent. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 liegt er nun aber 15 Prozent im Plus. Treiber ist unter anderem die Nachfrage aus Asien und speziell China.

"Unsere schlimmsten Befürchtungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich damit nicht bewahrheitet. Der bayerischen Maschinen- und Anlagenbau ist auch in der Krise resilient geblieben", sagte die Vorsitzende des VDMA Bayern, Claudia Haimer. "Insgesamt sind wir als Industrie mit einem blauen Auge davongekommen."

2020 hat sich die Krise auch bei der Zahl der Beschäftigten kräftig bemerkbar gemacht. Sie sank um rund 4 Prozent auf 227.814. Doch inzwischen hat sich auch hier die Situation gedreht, wie Haimer sagte. Man suche inzwischen wieder "händeringend" Facharbeiter, betonte sie. Bis zum Ende des Jahres würde der Rückgang von vier Prozent wieder ausgeglichen.

Elgar Straub, der Geschäftsführer des VDMA Bayern, weist allerdings auf Risiken hin. So gebe es bei einzelnen Unternehmen auch Kurzarbeitsmeldungen, weil Vorprodukte fehlten. Hier drohe Ungemach, man müsse sehen, wie sich die Situation weiter entwickle. Auch die Betriebe bewerten die Verfügbarkeit von Materialien derzeit als wichtigstes Hindernis für weiteres Wachstum. Inzwischen planen 38 Prozent, ihre Lieferantenstruktur zu ändern. Ziel ist dabei meist ein breiteres Lieferantenportfolio oder die Stärkung der lokalen und regionalen Beschaffung.

Stiko wehrt sich gegen Einmischung bei Kinder-Impfungen

10:04
06.07.2021
Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen - das fordern nun aber Politikerinnen und Politiker. Die Impfkommission kritisiert das als «kontraproduktiv».

Berlin - In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder wehrt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) gegen Einmischung von außen.

"Die Stiko ist im Gesetz bewusst als unabhängige Kommission angelegt. Die laute Einmischung der Politik ist kontraproduktiv und nützt niemandem", schrieb Stiko-Chef Thomas Mertens der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Zuvor hatte SPD-Chefin Saskia Esken die Ständige Impfkommission aufgefordert, ihre Haltung zur Impfung von Jugendlichen zu überdenken. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich in diese Richtung.

"Es gehört zur ständigen Aufgabe der Stiko, Empfehlungen zu überprüfen (nicht nur bei Corona), es bedarf dazu keiner Aufforderung von Politikern", so Mertens.

"Dies erfordert Zeit und Sorgfältigkeit"

Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst geben, wenn aussagekräftige Daten zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch Delta vorliegen. "Dies erfordert Zeit und Sorgfältigkeit für die Sammlung der Daten, Analyse und Bewertung und Konsensbildung." Mertens betonte: "Unnötiger Druck muss vermieden werden, um eine Überlastung zu vermeiden."
Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

Auch ohne generelle Stiko-Empfehlung sind Kinder und Jugendliche ab zwölf in die deutsche Impfkampagne eingebunden, können also unabhängig von Vorerkrankungen geimpft werden. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) handelt es sich um eine individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten.

Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.