Neustadter müssen auch heuer aufs Neifeiern, Umzug und Co. verzichten. Die verantwortlichen Stadträte verwarfen alle Alternativen als nicht realisierbar oder unvernünftig.
Neustadt - In der jüngsten Sitzung des Kultur-, Sport- und Städtepartnerschaftsausschusses hat sich eine Art Aufbruchstimmung bemerkbar gemacht. Schließlich gibt es wieder zig Veranstaltungen, wenngleich immer unter Vorbehalt und mit den dann gültigen Corona-Beschränkungen.
Im Fokus stand dabei aber freilich das Kinderfestwochenende: „Dass das traditionelle Neustadter Kinderfest unter aktuell geltenden Infektionsschutzauflagen nicht in seiner eigentlichen Form durchgeführt werden kann und darf, ist wohl allen von vornherein klar“, gab Kulturbürgermeister Martin Stingl die Richtung vor. Die vom Bereich Kultur, Sport und Tourismus erarbeiteten abgespeckten Alternativlösungen für die Neifeier sowie das Kinder- und Marktfest fanden nach intensiver Diskussion allerdings dann auch keinen Anklang. Einen Kinderfestumzug mit an den Straßenrändern stehenden Menschenmengen unter Einhaltung von Abständen und weiteren Infektionsschutzauflagen hielt kein Senatsmitglied für umsetzbar. Zudem seien Proben für Tänze, Freiübungen und Staffelläufe aufgrund des Homeoffice-Schulbetriebs und der geltenden Kontaktbeschränkungen auch nicht möglich gewesen.
Einig war man sich ebenso, dass eine begrenzte Anzahl von Besuchern nach vorherigem Ticketerwerb und fester Sitzplatzzuweisung nach der aktuell gültigen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ebenfalls nicht vernünftig wäre. „Selbst bei etwaigen Erleichterungen der Auflagen wäre keine angemessene Durchführung der Veranstaltungen möglich. Nicht zuletzt, da die Zeit zur ordentlichen Planung und Vorbereitung schlichtweg fehlen würde“, konstatierte Stingl.
Letztlich wurde festgelegt, am Kinderfestwochenende am 10. Juli nur den musikalischen Weckruf stattfinden zu lassen und Umzug, Tänze und Staffelläufe der Schulkinder ersatzlos zu streichen. Unbedingt beizubehalten ist, nach klarem Willen des Senates, die Verteilung der Gutscheine an die Schüler, die am Umzug teilgenommen hätten. Auch soll die Stadt traditionsgemäß bunt geschmückt werden. Bürger werden also erneut eingeladen, in der kultur.werk.stadt Fähnchen und Wimpel zum Schmücken ihrer Häuser abzuholen.
Auch wenn der große Kinderfestumzug dieses Jahr nicht durchgeführt werden kann, wird die traditionelle „Broadwörscht“ wieder durch Neustadts Straßen ziehen. Als ein kleines „Highlight für Zuhause“ wurde mit NEC-TV zudem ein Zusammenschnitt historischer Kinderfestfilme und Aufnahmen aus jüngerer Zeit erstellt, der über das Kinderfestwochenende hinweg ausgestrahlt werden soll. „Der Beschluss ist sicherlich niemandem leichtgefallen. Wir alle wünschen uns, dass das Kinderfest 2022 in gewohnter, traditioneller Form durchgeführt werden kann“, so Stingl.
Online-Redaktion