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Corona-Erholung in den USA treibt Nike-Geschäft an

04:23
25.06.2021
Die Einschränkungen der Corona-Pandemie bremsten das Nike-Geschäft - doch jetzt setzt die Gegenbewegung ein. Im vergangenen Quartal zog der Umsatz kräftig an. Nur in China ist die Erholung schleppend.

Beaverton - Der Adidas-Konkurrent Nike profitiert kräftig von der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in den USA. Der Umsatz in Nordamerika schoss im vergangenen Quartal um 141 Prozent auf knapp 5,4 Milliarden Dollar hoch.

Bei Sportbekleidung gab es die größten Zuwächse. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um rund zwölf Prozent.

Weltweit waren die Erlöse mit 12,3 Milliarden Dollar (10,3 Mrd Euro) fast doppelt so hoch wir ein Jahr zuvor. Analysten hatten für das Ende Mai abgeschlossene vierte Geschäftsquartal eher mit Erlösen von rund elf Milliarden Dollar gerechnet. Zugleich verwies Nike selbst auf den Effekt der Corona-Krise, die das Geschäft im Vorjahresquartal stark belastet hatte. Im Vergleich zum entsprechenden Vierteljahr 2019 betrug das Umsatzplus deutlich weniger aufsehenerregende 19 Prozent.

Nike verdiente 1,5 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 790 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, wie der US-Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn pro Aktie erreichte damit 93 US-Cent, während Analysten von rund 50 Cent ausgegangen waren.

Nike-Chef John Donahoe, der einst die Handelsplattform Ebay führte, arbeitet daran, die Direktverkäufe an Verbraucher sowohl über die hauseigenen Läden als auch über das Internet zu steigern. Das zahlte sich in der Pandemie aus, in der viele Geschäfte und Einkaufszentren geschlossen blieben. Im gesamten vergangenen Geschäftsjahr stiegen die Direkterlöse um fast ein Drittel. Sie machen jetzt nahezu 38 Prozent des Nike-Geschäfts aus. Nike habe rund 300 Millionen registrierte Direktkunden, hieß es.

In China fiel das Umsatzwachstum im vergangenen Quartal mit nur 17 Prozent drastisch niedriger aus als im Rest der Welt. Nike gehört zu den Unternehmen, die in chinesischen sozialen Medien angegriffen wurden, nachdem sie von Zwangsarbeit in der autonomen Region Xinjiang gesprochen hatten. Analysten hatten deswegen ein besonderes Augenmerk auf die China-Zahlen. Donahoe betonte, dass Nike eine langfristige Sicht auf den chinesischen Markt habe und die Marke dort beliebt sei.

Corona-Infektionen schon weit vor erstem Nachweis

04:21
25.06.2021
Eine neue Analyse eines Fachjournals bestätigt, dass sich das Corona-Virus deutlich schneller in der Welt verbreitet haben soll als nach den ersten Nachweisen bekannt.

Peking - Nach einer neuen Datenmodellierung dürften die ersten Fälle von Sars-CoV-2 beim Menschen zwischen etwa Anfang Oktober und Mitte November 2019 in China aufgetreten sein. Das bestätigt eine im Fachjournal "PLOS Pathogens" vorgestellte Analyse.

Der Rechnung zufolge sei ein Datum um den 17. November herum wahrscheinlich, berichten die Forscher. Das Virus dürfte sich demnach deutlich schneller in der Welt verbreitet haben als nach den ersten Nachweisen bekannt.

Die ersten offiziell bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Erreger waren Anfang Dezember 2019 in der zentralchinesischen Metropole Wuhan erfasst worden. Experten nehmen aber schon lange an, dass das Virus schon davor bei Menschen kursierte. Diese Vermutung hatte auch das Ermittlungsteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geäußert, das im Januar und Februar in China nach dem Ursprung des Virus gesucht hatte.

Die Wissenschaftler um David Roberts von der britischen University of Kent errechneten den wahrscheinlichsten Zeitraum für das Überspringen des Erregers vom Tier auf den Menschen anhand der Daten für die ersten bestätigten Fälle in China und im Ausland. Sie nutzten dabei ein mathematisches Modell, mit dem im Naturschutzbereich Prognosen zum Aussterben von Arten gemacht werden.

Demnach dürfte sich das Virus wohl schon im Januar weltweit verbreitet haben. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler könnte es um den 3. Januar in Japan die ersten Infektionen außerhalb Chinas gegeben haben. Der erste Fall in Europa wäre nach ihrer Berechnung in Spanien um den 12. Januar, der erste in den USA um den 16. Januar gewesen.
Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass ihre Schlussfolgerungen "nur so gut sind wie die Daten, die benutzt wurden". Faktoren wie die Qualität der ersten verfügbaren Nachweisverfahren in den einzelnen Ländern dürften demnach die Ergebnisse beeinflusst haben. Zudem verlaufen viele Infektionen symptomlos - oder mit eher leichten Erkältungssymptomen, mit denen Menschen gerade am Beginn der Pandemie häufig keinen Arzt aufsuchten und daher auch nicht getestet wurden.

Wie genau Sars-CoV-2 auf den Menschen überging, ist nach wie vor ungeklärt. Ein Großteil der Experten weltweit geht davon aus, dass das Virus von Fledermäusen ausgehend über einen noch unbekannten Zwischenwirt - etwa Marderhunde in Pelztierfarmen - auf den Menschen übertragen wurde. Vor allem in der US-Politik wird aber auch immer wieder eine versehentliche oder absichtliche Entstehung im Labor zur Sprache gebracht - sehr zum Unmut Chinas.

Ob sich der tatsächliche Hergang noch klären lässt, ist ungewiss - Experten hatten mehrfach angemerkt, dass dazu bisher keine Analysen aus China bekannt wurden. Ob Daten unter Verschluss gehalten werden oder es sie schlichtweg nicht gibt, ist dabei unklar.