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Umfrage: Corona-Krise verdrängt Klimawandel als größte Bedrohung

07:42
22.06.2021
2019 waren noch 83 Prozent der Deutschen der Meinung, dass der Klimawandel die größte Bedrohung der Zukunft sei. Seitdem aber ist das Umweltbewusstsein gesunken.

Hamburg - In der Corona-Krise geht das Interesse der Deutschen an den Folgen des Klimawandels und der Erderhitzung nach Umfragen des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski deutlich zurück.

Das Umweltbewusstsein der Deutschen sinkt stetig, sagte Opaschowski (80) der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe aus repräsentativen Umfragen des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) der vergangenen drei Jahre hervor. Dabei wurden jeweils 1000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Einstellungen zum Klimawandel befragt.

So stimmten der Aussage "Klimawandel und Wetterextreme werden zur größten Bedrohung der Zukunft" 2019 noch 83 Prozent zu, 2020 waren es 78 Prozent und 2021 nur 72 Prozent. Nur die Bewohner im ländlichen Raum machten sich unverändert große Sorgen um die Folgen des Klimawandels.

Hingegen verliere die Fridays-for-Future-Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren kontinuierlich ihr Interesse an Klimafragen (2019: 80 Prozent - 2020: 76 Prozent - 2021: 71 Prozent). Besonders stark gehe das Interesse bei den Großstädtern, den Singles und den Befragten mit Hauptschulabschluss zurück.

Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Die fatalen Folgen auch in Deutschland: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie Starkregen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen.
Soziale Fragen verdrängen Umweltprobleme

"Soziale Fragen im Umfeld von Gesundheit, Pflege, Rente, Armut und Einsamkeit rücken in den Vordergrund - und verdrängen Umweltprobleme in ihrer subjektiven Bedeutung", sagte Opaschowski. Die Ökologie gerate zunehmend in den Schatten ökonomischer, psychologischer und sozialer Interessen.

"Der weltweite Klimawandel ist für viele Deutsche weit weg, während die ganz persönlichen Folgen der Pandemie existenziellen Charakter haben." Dazu gehöre auch das Auf- und Nachholen von verlorener Lebenszeit. Die Menschen wollten endlich wieder ohne schlechtes Gewissen ihr Leben genießen können.

Bäcker-Umsätze gehen erstmals seit Jahren zurück

07:41
22.06.2021
Das belegte Brötchen auf die Hand am Bahnhof oder Flughafen - in der Corona-Krise wurde das zur Seltenheit. Das hat auch Einfluss auf das Bäckerhandwerk.

Berlin - Die Deutschen sind in der Corona-Krise wieder häufiger zum Bäcker nebenan gegangen. Weniger Geschäft gab es in Filialen an Bahnhöfen und in Cafés. Das Bäckerhandwerk insgesamt hat deshalb im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit acht Jahren an Umsatz eingebüßt.
   
Die Erlöse sanken von 15,22 Milliarden Euro im Vorjahr auf 14,45 Milliarden Euro, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Gründe sieht der Verband in der Corona-Krise. "Während der Verkauf von Brot- und Backwaren vornehmlich in wohnortnahen Gebieten florierte, haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten", erklärte Präsident Michael Wippler. Auch der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb sei leicht gesunken.

"Allerdings kommt das Bäckerhandwerk im Vergleich zu anderen Branchen dank der Wirtschaftshilfen der Bundesregierung und seiner Systemrelevanz insgesamt mit einem blauen Auge davon", so Wippler.

Der Trend zu weniger und größeren Betrieben in der Branche geht nach Verbandsangaben weiter. So gab es 2020 drei Prozent weniger Betriebe im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gebe es zahlreiche Neugründungen. Vor allem in den Großstädten machten sich viele junge Bäckermeister mit innovativen Geschäftskonzepten selbstständig, sagte Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. Er sieht "handwerklich hergestellte Brot- und Backwaren" im Trend.