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Landkreis Kronach: Inzidenz liegt knapp über 20

14:23
17.06.2021
38 Infizierte waren in Quarantäne

Landkreis Kronach - Erneut einen deutlichen Sprung nach unten hat die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Kronach gemacht. Der Wert ging laut Robert-Koch-Institut von 33 am Mittwoch auf 21,0 am Donnerstag zurück. 14 Menschen hatten sich binnen sieben Tagen neu mit Covid-19 angesteckt, seit Mittwoch ist nur ein neu Erkrankter hinzugekommen, acht sind genesen.

38 Männer und Frauen waren in Quarantäne. Neun von ihnen stammten aus Kronach, aus Küps kamen vier Infizierte, aus Ludwigsstadt sieben, Marktrodach zwei, Mitwitz drei, Nordhalben und Pressig hatten keinen Corona-Fall, Reichenbach, Schneckenlohe und Steinbach am Wald jeweils einen, Steinwiesen fünf, Stockheim einen, Tettau und Teuschnitz zwei, Tschirn, Wallenfels, Weißenbrunn und Wilhelmsthal keinen.

Online-Redaktion

Mehltau oder Partystimmung? Vom Lebensgefühl im Sommer 2021

14:18
17.06.2021
Corona-Sommer, Teil zwei: Was ist in diesem Sommer anders als vergangenes Jahr? Wird der Rest von 2021 ganz entspannt, mit angezogener Handbremse verlaufen oder noch mit Überraschungen aufwarten?

Berlin - Deutschland, eine Terrasse: So viel Draußen war vielleicht nie - angesichts des warmen Wetters, der gesunkenen Corona-Zahlen, steigenden Impfquoten und wieder geöffneten Cafés und Restaurants.

Ein frisch gezapftes Bier schmeckt in der Außengastro gefühlt tausendmal besser als noch vor dem Lockdown. Doch liegt über diesem Sommer auch ein Gefühl der Spaltung: Team Lockern gegen Team Vorsicht, Ärger über zu lautes Partyvolk auf den Straßen statt in Clubs, die umstrittene Fußball-Europameisterschaft, der Bundestagswahlkampf, eine Unruhe.

Die Monate seit November fühlten sich an wie ein langer Winterschlaf. Wiedererwacht scheinen viele Menschen jetzt dankbarer für Kleinigkeiten zu sein. Der Psychologe Simon Hahnzog sieht aber auch Konfliktpotenzial: Schon 2020 habe gezeigt, dass Freunde, Verwandte, Kollegen andere Bedürfnisse beim Kontakt hatten als man selbst. "2020 hat das manchmal schon Risse in Beziehungen erzeugt, manche dieser Risse haben sich aber 2021 zu Gräben ausgeweitet."

Der Sommer 2021 könnte trotzdem entspannt werden. Auch Comedy-Star Carolin Kebekus meint: "Der Sommer wird gut." Zumindest sang die Komikerin dies in ihrer ARD-Show wie ein Mantra in der Popsong-Satire "La Vida Sin Corona" (Das Leben ohne Corona) - mit selbstironischen Einwürfen von Bedenkenträger Karl Lauterbach.

"Sonne, Strand, Sommerglück, Das Leben kehrt wieder zurück, Partys in der Bar und wir kommen uns nah" - und Lauterbach: "Es besteht durchaus noch Ansteckungsgefahr." Oder aber: "In der vollen Bahn fassen wir uns an" - "Wovon ich nur dringend abraten kann."

Mit erneutem exponentiellem Wachstum der Corona-Fallzahlen und einer vierten Welle rechnet das Robert Koch-Institut (RKI) zurzeit nicht. Virologen mahnen aber, dass man nicht glauben dürfe, das Virus sei verschwunden. Expertinnen und Experten wie der Charité-Virologe Christian Drosten schätzen den Sommer 2021 ganz anders ein als den Sommer 2020. Das Virus sei heute viel regelmäßiger in der Bevölkerung verteilt, sowohl geografisch als auch in den Altersgruppen.

Die Aussagekraft der Inzidenz verändert sich aber dank Impfungen. Weniger schwere Verläufe und Todesfälle dürften endlich auch das Gesundheitssystem entlasten. Außerdem gibt es den "Sommereffekt", der vor allem auf den geringeren Anteil von Kontakten in Innenräumen zurückgehe und nicht etwa auf die Temperaturen oder UV-Strahlung.

"Der Trend ist, möglichst viel draußen anzubieten", sagt Thorsten Hellwig, Sprecher des Gastronomie-Branchenverbands Dehoga im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Trend zur Außengastronomie sei durch die Corona-Pandemie noch intensiver geworden. Deutschland - ein Möchtegern-Italien.

Die Biergärten sind offen, das Lieblingslokal hat hoffentlich überlebt - und nach gefühlter Ewigkeit sehen viele neben Familie und Freunden auch die oberflächlichen Kontakte wieder. "Ganz schön pummelig geworden", denkt mancher, wenn er die Bedienung vom Restaurant um die Ecke oder den Fitnessstudiokumpel wiedersieht.

Millionen Menschen gewöhnen sich derzeit wieder daran, unter Leuten zu sein, die Lockdown-Erinnerungen verschwimmen, die Angst vor dem normalen Leben verfliegt. Das sogenannte Cave-Syndrom (Höhlensyndrom), bei dem Menschen ernsthaft Probleme damit haben, sich mit der wiedergekehrten Freiheit und Normalität im öffentlichen Raum zu arrangieren, scheint, wenn man sich so umschaut, kein Massenphänomen zu sein.

Über der Republik liegt dennoch eine Art Mehltau - es herrscht ein bisschen Abschiedsstimmung. Bundestrainer Joachim Löw hört nach 15 Jahren auf, Bundeskanzlerin Angela Merkel nach 16 Jahren. Darüber hinaus ahnen viele, dass Corona wohl einiges langfristig verändern wird und vieles nie mehr so sein wird, wie es mal war.

Die Frage ist: Kippt dabei die Stimmung? Gibt es in den kommenden Wochen zum Beispiel mehr Randale, so wie es in einigen Städten schon der Fall war, wobei auch mal die Polizei angegangen wurde?

"Die Kultur wird in den nächsten Monaten eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung der Pandemie spielen", meint die saarländische Kulturministerin Christine Streichert-Clivot. Einige Theater wie etwa die Schaubühne in Berlin lassen nach der langen Schließung ihre Sommerpause ausfallen und spielen durch.

Die Fußball-EM taugt derweil nicht ganz so als Frustlöser, wie viele wohl erwartet hätten. Die Einschaltquoten sind eingebrochen. Selbst das erste Deutschlandspiel gegen Frankreich verfolgten gut 15 Prozent weniger als vergleichbare Turnierauftakte des letzten Jahrzehnts.

Die EM hat eine Größenordnung, die man bei Veranstaltungen aus Sorge vor Superspreader-Events lange nicht gesehen hat. Trotz Hygienekonzepten in den Stadien spukt durch viele Köpfe die Frage "Muss das sein, dass da so viel rumgereist wird?".

Das Kicker-Business schien aber die ganze Zeit systemrelevanter zu sein als etwa Schauspiel und Musik als Live-Events - und das obwohl der DFB für die Spiele der 1. und 2. Bundesliga vor Corona nur etwa 19 Millionen Besuche zählte, während der Deutsche Bühnenverein in der letzten Spielzeit vor dem Ausbruch der Pandemie (2018/19) allein bei den öffentlich getragenen Theatern, Festspielen, Sinfonie- und Rundfunkorchestern rund 35 Millionen Besuche verzeichnete.

Das Lebensgefühl des Sommers '21 ist vielleicht mit Übergangszeit ganz gut umrissen. Vergangenen Sommer war noch unklar, wann Impfstoffe überhaupt marktreif sein würden, diesen Sommer wird gespannt gewartet, ob am Ende genügend Bürgerinnen und Bürger das Impf-Angebot vom Staat annehmen. Und dann auch, ob es in Berlin weiterhin Bundeskanzlerin heißt oder wie früher Herr Bundeskanzler.

dpa

Japan lockert Corona-Notstand für Olympia-Stadt Tokio

14:17
17.06.2021
Einen Monat vor Olympia-Beginn in Tokio sieht Japans Regierung die Corona-Lage entspannter. Der wochenlange Notstand wird gelockert. Auch will man Zuschauer bei den Spielen zulassen.

Tokio - Japan hebt einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio den Corona-Notstand für die Millionen-Hauptstadt Tokio auf.

Nach Ende des wochenlangen Notstands an diesem Sonntag werde man jedoch manche Restriktion aufrechterhalten, beschloss die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga am Donnerstag. Der Quasi-Notstand soll vorläufig bis zum 11. Juli gelten. So darf zwar Alkohol wieder ausgeschenkt werden, aber nur bis 19.00 Uhr. Zudem sind Restaurants weiter aufgerufen, schon um 20.00 Uhr zu schließen.

Obergrenze von 10.000 Zuschauern

Angesichts landesweit gesunkener Infektionszahlen will die Regierung eine begrenzte Zahl an heimischen Zuschauern in den Olympia-Wettkampfstätten zulassen. Die von der Regierung beschlossene Regel, bis zu 10.000 Zuschauer bei großen Sport- und Kulturveranstaltungen wie Konzerten zuzulassen, solange nicht 50 Prozent der Sitzkapazitäten überschritten werden, dürfte auch für die Olympischen Spiele angewendet werden, sagte Suga. Zuschauer bei Olympia müssten allerdings Masken tragen und dürften nicht jubeln.

Eine offizielle Entscheidung, darüber, wie viele heimische Zuschauer zugelassen werden, solle bei einem Treffen der Regierung mit der Stadtverwaltung von Tokio, mit dem Organisationskomitee und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) getroffen werden. Das Treffen werde voraussichtlich am kommenden Montag stattfinden, hieß es. Am Tag zuvor endet der Notstand nicht nur in Tokio, sondern auch in den Präfekturen Hokkaido, Aichi, Kyoto, Osaka, Hyogo, Okayama, Hiroshima und Fukuoka. Lediglich im südlichen Urlauberparadies Okinawa bleibt der Corona-Notstand noch bis zum 11. Juli in Kraft.

Kein weiterer Ticket-Verkauf

Die Regierung plane nun, keine weiteren Eintrittskarten für die in gut einem Monat beginnenden Spiele zu verkaufen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Ungeachtet breiter Ablehnung in der japanischen Bevölkerung und Sorgen von Experten im Hinblick auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen setzen Japans Olympia-Macher und das IOC ihre Vorbereitungen für die Spiele fort. Das Mega-Event war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden.

Die Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt sollen nun vom 23. Juli bis 8. August unter strengen Hygiene- und Corona-Regeln abgehalten werden. Regierungschef Suga hofft laut Beobachtern, dass die Spiele trotz der Pandemie erfolgreich verlaufen und sich die Stimmung im Volk doch noch dreht. Dies könnte ihm Rückenwind für die spätestens im September anstehende Wahl zum Chef seiner Regierungspartei und die spätestens im Oktober anstehenden Wahlen zum Parlament verschaffen.

Laut dem IOC werden 80 Prozent der Athleten im Olympischen Dorf mit Beginn der Olympischen Spiele geimpft sein. Auch in Japan selbst hat der anfangs schleppende Impfprozess inzwischen an Fahrt aufgenommen.

dpa