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Corona-Studie in Amsterdam: Party mit über 1000 Menschen für die Wissenschaft

11:06
10.03.2021
1300 Menschen tanzen ausgelassen zur Musik, teils ohne Masken. Was normalerweise zu Ärger mit der Polizei führen würde, war in Amsterdam legal – denn es ging um eine wissenschaftliche Untersuchung.

Amsterdam - Nach fast einem Jahr Corona-Pandemie gab es am vergangenen Samstag in Amsterdam wieder ein Stück Normalität. 1300 Menschen tanzten ausgelassen zur Musik von drei niederländischen DJs im Ziggo Dome. Das Konzert war allerdings keine Unterhaltungsveranstaltung im eigentlichen Sinne, sondern Teil einer Untersuchung über die Verbreitung von Aerosolen bei Großveranstaltungen, wie der britische „Guardian“ berichtete.

Die Veranstalter teilten die Teilnehmer dabei in fünf Gruppen auf, welche untereinander keinen Kontakt hatten. Diese Gruppen mussten sich dann während des Konzerts an unterschiedliche Regeln halten. Ein Teil wurde aufgefordert, über die gesamte Dauer des Konzertes eine Maske zu tragen. Eine andere Gruppe musste die Maske nur aufsetzen, wenn sie in Bewegung waren. Eine weitere Gruppe wurde aufgefordert, möglichst laut mitzusingen.

Um eine Ansteckung bei dem Konzert zu vermeiden, mussten alle Teilnehmer einen negativen Corona-Test vorweisen. Fünf Tage nach der Veranstaltung sollen sich die Teilnehmer noch einmal testen lassen. Teilnehmer für die Studie waren natürlich leicht zu finden. Die 1350 Tickets waren nach 20 Minuten ausverkauft.

Für den niederländischen DJ Feldt, der bei der Veranstaltung auflegte, war die Party unter wissenschaftlicher Aufsicht ein Hoffnungsschimmer. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“ sagte er im „Guardian“. „Ich glaube, es gibt viele Signale, dass wir hoffentlich ein paar mehr Partys im Sommer sehen werden.“

Auch in Deutschland gab es schon Studien, welche die Ansteckungsgefahr bei Konzerten untersuchte. Im vergangenen Sommer veranstaltete die Universität Halle/Saale ein Konzert mit dem Pop-Sänger Tim Bendzko, wobei unterschiedliche Hygienekonzepte untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Großveranstaltungen unter bestimmten Bedienungen auch in einer Pandemie möglich sind.

Söder: Kurzfristig 100.000 Impfdosen zusätzlich für Grenz-Hotspots

10:53
10.03.2021
Die bayerischen Corona-Hotspots an der Grenze zu Tschechien sollen kurzfristig noch einmal 100 000 zusätzliche Dosen Impfstoff bekommen. 

München/Brüssel - Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach einer entsprechenden Mitteilung der EU an.
„Gute Nachricht für die Grenzregion in Bayern. Es kommen noch im März 100 000 Impfdosen extra“, sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Damit gebe es mit den schon versprochenen Sonderzuteilungen insgesamt 150 000 Dosen zusätzlich für die von der britischen Virusvariante besonders betroffenen Grenzregionen. „Das ist eine echte Perspektive für Ostbayern. Denn wo aufgrund der hohen Inzidenzen nicht gelockert werden kann, muss mehr immunisiert und geimpft werden.“

Die Landkreise sollen nach Worten Söders beim Impfen auch etwas freier agieren können. „Die Landkreise sollen weitgehend selbst und flexibel entscheiden können, wer geimpft werden soll. Damit können auch andere Gruppen schneller an die Reihe kommen.“ Er habe sich sowohl bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dafür eingesetzt, berichtete Söder. „Jetzt ist die positive Nachricht da.“

Zuvor hatte von der Leyen in Brüssel mitgeteilt, dass die Hersteller Biontech und Pfizer in den nächsten beiden Wochen vier Millionen Dosen Corona-Impfstoff zusätzlich an die Europäische Union liefern wollen. Man habe das Zusatzpaket ausgehandelt, damit die EU-Staaten gezielt in Corona-Hotspots impfen und die Ausbreitung der gefürchteten Virusvarianten bremsen könnten, erklärte sie. Von dem zusätzlichen Kontingent könnte Deutschland nach dem internen EU-Verteilungsschlüssel 18,6 Prozent bekommen, rund 740 000 Dosen.