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Corona-Warn-App zeigt auch digitalen Impfnachweis an

10:12
09.06.2021
Noch im Juni soll es den Nachweis für eine Corona-Impfung auch digital geben. Nutzer der Corona-Warn-App können sich ihn auch in die App laden.

Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland kann künftig auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts angezeigt werden.

Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis das Update für alle Anwenderinnen und Anwender sichtbar ist. Die Ausgabe der digitalen Impfnachweise in Deutschland soll noch im Juni starten.

Menschen in Deutschland, die keine Tracing-App für die Anzeige eines digitalen Impfnachweises verwenden möchten, können auf die Smartphone-App "CovPass" ausweichen, die keine Kontaktverfolgungsfunktion hat. Außerdem wird der Impfnachweis auch ausgedruckt auf Papier ausgegeben. Der "CovPass" soll zudem negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren und so das Reisen innerhalb der EU einfacher machen.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 28 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 25 Millionen Menschen aktiv genutzt wird. Die Wirksamkeit der App erhöht sich, je mehr Menschen die Anwendung tatsächlich einsetzen.

Die Corona-Warn-App hilft den Menschen dabei festzustellen, ob sie in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sind und daraus ein Ansteckungsrisiko entstehen kann. Dadurch können Infektionsketten schneller unterbrochen werden. Die App erfasst dabei mit Hilfe von Bluetooth-Funksignalen, ob sich Menschen über einen bestimmten Zeitpunkt gefährlich nahe gekommen sind. Die anonymisierte Warnung wird ausgelöst, wenn Infizierte nach einem positiven Corona-Test ihren Infektionsstatus in die App eintragen.

Heil zu Streit um Schutzmasken: Haben sauber gehandelt

08:15
09.06.2021

Eigentlich ist die Frage nach dem Renteneintrittsalter nach Meinung von Arbeitsminister Heil viel wichtiger. Im Streit um Schutzmasken spielt Heil den Ball zurück an Gesundheitsminister Spahn.

Berlin – Im Streit um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken zwischen Union und SPD hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sein Handeln verteidigt und Aufklärung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert.

"Es gab den Versuch des Gesundheitsministeriums, die Standards zu senken, anzupassen an die Beschaffung. Das haben meine Fachleute abgelehnt, und ich habe mich auch durchgesetzt", sagte Heil am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er betonte: "Ich habe das Gefühl, dass wir sauber gehandelt haben." Nun gebe es Fragen an Spahn, die dieser beantworten müsse.

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein "Spiegel"-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Nach einer Intervention des Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und eine Entschuldigung des Koalitionspartners gefordert, von der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen.

Für ihn sei die Diskussion schon erledigt gewesen, für die Veröffentlichung, durch die es nun die öffentliche Debatte gebe, könne er nichts, sagte Heil. Bei den Abläufen müsse man "bei der Wahrheit bleiben". Er forderte, drängende Themen wie das Renteneinstiegsalter über die Diskussion nicht zu vernachlässigen. Er bekräftigte, dass die SPD ein Eintrittsalter von 68, wie von Experten des Bundeswirtschaftsministeriums vorgeschlagen, ablehne.

Der in der Bundesregierung eskalierte Schutzmasken-Streit ist am Mittwoch auch Thema im Bundestag. In einer Aktuellen Stunde (15.20 Uhr) wollen auf Antrag der Linksfraktion die Abgeordneten über schwere Vorwürfe debattieren.

Online-Redaktion