Letztes Update:
20210608143143

Negativ-Bescheide ohne Test: Schnelltest-Stationen schließen

14:30
08.06.2021
München (dpa/lby) - Die Stadt München hat fünf Betreibern von insgesamt 23 Teststellen untersagt, weiterhin Corona-Schnelltests durchzuführen. Das Gesundheitsreferat hatte unterschiedliche Mängel festgestellt, "zuletzt in mehreren Fällen unter anderem den Versand von negativen Testergebnissen, ohne dass ein Test überhaupt durchgeführt wurde", wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über Schließungen von Teststationen in der Landeshauptstadt berichtet.

Mit dem Widerruf der Beauftragung können die Betreiber keine Bürgertests mehr mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns abrechnen. Zuvor hatten Medien berichtet, dass mehrfach Menschen, die etwa wegen zu langer Warteschlangen nach der Registrierung noch vom Test abgesprungen waren, dennoch ein offiziell gültiges, negatives Testergebnis auf ihr Handy bekommen hatten. Die Betreiber seien aufgefordert worden, sich zu erklären, erläuterte das Gesundheitsreferat. "Zudem wurden die Betreiber aufgefordert, ihre Probanden über die erfolgte fehlerhafte Übermittlung umgehend zu informieren."

dpa

Arzt impft Mädchen unzulässigerweise gegen Corona

14:06
08.06.2021
Eigentlich sollte die Neunjährige ihren Vater nur ins Impfzentrum begleiten. Doch dann bekam sie selbst die Spritze - obwohl der Biontech-Impfstoff in Deutschland erst ab zwölf Jahren erlaubt ist.

Bobingen - In Schwaben hat ein Arzt eines kommunalen Impfzentrums einem neunjährigen Mädchen unzulässigerweise eine Corona-Impfung verabreicht. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, ist ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Mediziner eingeleitet worden, nachdem das Kind die Spritze bekommen hat. Zunächst hatte der Augsburger Sender Hitradio RT1 über die Impfung berichtet.

In Deutschland ist eine Immunisierung mit dem Vakzin von Biontech inzwischen für Kinder ab zwölf Jahren erlaubt, Jüngere dürfen keine Impfung erhalten. Nach Angaben der Polizei ist noch unklar, wie es zu der Impfung des Kindes in Bobingen (Landkreis Augsburg) kam. Dazu sollen nun die Beschäftigten des Impfzentrums befragt werden. Das Mädchen war nur als Begleitung ihres Vaters, für den die Spritze eigentlich war, in dem Zentrum.

Das Augsburger Landratsamt gab zu dem Fall keine Stellungnahme ab und verwies auf den privaten Betreiber. Eine Anwältin erklärte im Namen des Dienstleisters, dass der Arzt irrtümlich angenommen habe, das Kind sei eine Risikopatientin, die tatsächlich geimpft werden müsse. Es liege ein individuelles Versagen des Impfarztes vor. Das Unternehmen habe sich danach sofort von dem Mitarbeiter getrennt.

Wie der Vater dem Radiosender schilderte, ist es zu der Impfung gekommen, nachdem der Arzt mit dem Kind in der Behandlungskabine gescherzt habe. Danach habe sich der Mediziner sofort entschuldigt. Das Mädchen kam nach dem Vorfall zur Beobachtung in eine Klinik. Nach Angaben des Vaters hatte die Impfung bislang keine gesundheitlichen Folgen für die Tochter. "Der fehlt überhaupt nichts."

dpa

Wieder Theater in Kulmbach: Bei Baumann gibt’s Kredit

14:04
08.06.2021
Auf ein Bühnenbild und eine Drehbühne müssen die Zuschauer bislang bei der Komödie „Der Kredit“ noch verzichten. Aber man kann endlich wieder ins Theater gehen.

Kulmbach - Im Theater „Das Baumann“ in Kulmbach-Ziegelhütten bekommen Gäste einen Kredit angeboten. Das Geld dafür sollten Besucher freilich selbst mitbringen, aber gegen ein paar Euro Eintritt erleben sie dann die äußerst unterhaltsame Komödie „Der Kredit“ von Jordi Galceran.

Georg Mädl und Rüdiger Baumann freuen sich, endlich wieder zusammen auf der Bühne stehen zu können. Nachdem sie viele Monate nach Theater gehungert hatten, war ihnen bei der Premiere am 7. Juni ein entsprechend herzhafter Appetit anzumerken. Sie spielten freudesprühend auf. Auch dem Publikum war anzumerken, dass es dankbar war, wieder ins Theater gehen zu können.

Diese ganz besondere Premiere sollte zu einer doppelten werden. „Erstmals wird unsere Veranda hinter dem Theater eine Bühne sein“, hatte Rüdiger Baumann angekündigt. Aber das Wetter sorgte dafür, dass die Einweihung auf einen der folgenden Aufführungstermine verschoben werden musste.

Glücklicherweise dürfen seit dem 7. Juni auch Gäste nach drinnen kommen - natürlich mit Abstand untereinander und zur Bühne. „Aber es geht und das ist die Hauptsache. Und gefordert sind die Besucher draußen wie drinnen“, merkt Georg Mädl an und meint damit das Bühnenbild. Das gibt es nämlich nur in der Phantasie der Zuschauerinnen und Zuschauer. Aber das macht nichts. Die beiden Darsteller lassen das Büro des Leiters einer kleinen Bankfiliale im wahrsten Sinne des Wortes „spielend“ vor dem geistigen Auge entstehen. Anton Schmidt (Rüdiger Baumann) ist hierher gekommen, um einen Kredit zu beantragen. Alles was er bekommt, ist eine deutliche Abfuhr. Er hat keine Bürgen, keine Sicherheiten und der Antragsteller erscheint dem Banker (Georg Mädl) auch nicht eben vertrauenswürdig.

Anton Schmidt ist schon fast hinauskomplimentiert worden, als er einen spontanen Plan fasst, um doch noch an das Geld zu kommen. Damit beginnt ein Gefecht zwischen den beiden Männern, bei dem die beiden Strategen alle Waffen einsetzen, die ihnen zur Verfügung stehen. Vom Nadelstich bis zum Artilleriebeschuss ist alles dabei. Das Ganze scheint auf ein schmachvolles Unentschieden hinauszulaufen, aber dann geht eine Mine hoch, mit der beide nicht gerechnet haben.

Georg Mädls Darstellung eines korrekten, aber gefühlsblinden Filialleiters ist gnadenlos komisch und dabei treffsicher und glaubwürdig. Rüdiger Baumann gibt den charmanten Tunichtgut in Geldnöten auf erfrischende Weise.

Für die Aufführungen von „Der Kredit“ gibt es im Juli noch ein paar Karten, die über www.das-baumann.de bestellt werden oder bei Sintenis Deko&Schenken in der Blaicher Straße 25 gekauft werden können. Gespielt wird im Juli an jedem Montag und Dienstag, sowie am 21. und 28.7. (Mittwoch). Ab Mitte September sind weitere Aufführungen im Theater und dann mit Bühnenbild und Drehbühne geplant. red

Online-Redaktion